In Miesbach tut sich was auf der Baustelle am Habererplatz. Hier wird ein neuer Regenwasserkanal geplant, das hat die zuständige Fachbehörde beschlossen. Die Bauarbeiten sollen im Sommer oder Herbst 2026 über die Bühne gehen und voraussichtlich vier Wochen dauern. Mit dieser Maßnahme reagiert die Stadt auf die Bedürfnisse nach umweltgerechter Abwasserentsorgung, denn das Oberflächenwasser fließt derzeit ohne Vorreinigung direkt in den Miesbach, was schon lange nicht mehr den geltenden Vorschriften entspricht. Merkur berichtet, dass die Umlegung des Regenwassersystems bereits vor drei Jahren beschlossen wurde.

Die Kosten für die Umlegung des Kanals belaufen sich auf rund 100.000 Euro, während sich die Gesamtkosten des Projektes auf etwa 300.000 Euro brutto summieren. Dies bedeutet eine Steigerung um 200.000 Euro im Vergleich zu den Planungen von 2023. Ein wichtiges Detail ist, dass der neue Kanal künftig das Niederschlagswasser aus dem Habererplatz sowie der Schlierseer Straße über zwei separate Sedimentationsanlagen einem Reinigungsprozess unterziehen wird.

Genehmigungen und Herausforderungen

Eine Hürde steht dem Projekt jedoch noch bevor: Das Vorhaben ist abhängig von den erforderlichen wasserrechtlichen Genehmigungen. Die Umsetzung des Wasserrechts ist in Bayern sehr strikt geregelt, wie Stmuv erklärt. Jede relevante Einwirkung auf ein Gewässer muss genehmigt werden – so auch die geplante Kanalumlegung. Die Kreisverwaltungsbehörde ist hier für die Erteilung der benötigten Gestattungen zuständig, was nicht zu vergessen ist, denn auch wenn man Eigentum an einem Grundstück hat, berechtigt das nicht automatisch zur Nutzung des Gewässers.

Markus Seemüller von der Freien Liste Miesbach hat bereits Kritik geäußert. Er hinterfragt die Vorgaben für die Genehmigungsverfahren, die alle 20 Jahre erneuert werden müssen, und regte an, den Gemeindetag einzuschalten. Dritter Bürgermeister Franz Mayer von der CSU unterstrich wiederum die dringende Notwendigkeit einer Wasserreinigung und den positiven Einfluss, den dieses Projekt auf die Umwelt haben wird. Bürgermeister Gerhard Braunmiller, ebenfalls von der CSU, wird zudem einen Brief schreiben, um die entsprechenden Genehmigungen voranzutreiben.

Schulungen für die Wasserwirtschaft

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schulung der Mitarbeitenden in der Wasserwirtschaft. Es gibt zahlreiche Seminare zur Weiterbildung im Bereich des Wasserrechts, wie kbw zusammenfasst. Das Wasserrecht wirkt sich maßgeblich auf die Umweltschutzmaßnahmen und die nachhaltige Nutzung der Wasserressourcen aus. Schulungen für neue Mitarbeiter in Wasserbehörden sind entscheidend, um die Komplexität des Rechtsrahmens zu bewältigen und einen reibungslosen Ablauf der Genehmigungsverfahren zu gewährleisten.

Aktuell läuft die Planung auf Hochtouren und es bleibt spannend, wie sich die Genehmigungsverfahren entwickeln werden. Miesbach zeigt damit, dass der Bürgerseelefreude am Wasser auch Verantwortung gegenüber der Natur benötigt, und der Weg dorthin ist mit vielfältigen Herausforderungen gepflastert.