Am 12. März 2026 wurde Miesbach für sein Engagement im fairen Handel ausgezeichnet und trägt nun offiziell den Titel einer Fairtrade-Stadt. Das Zertifikat wurde feierlich im Weltladen am Lebzelterberg übergeben. Fairtrade-Botschafterin Dagmar Kusche überreichte das Zertifikat an Kick van Walbeek und Bürgermeister Gerhard Braunmiller. Miesbach ist damit die 937. Fairtrade-Town in Deutschland und die 284. in Bayern. Diese Auszeichnung würdigt das Engagement der Gemeinde, des Handels, der Gastronomie, der Vereine und der Zivilgesellschaft für gerechte Handelspraktiken.
Die Fairtrade-Bewegung hat das Ziel, Armut, Krieg und ungerechte Wirtschaftsstrukturen zu bekämpfen. Das Motto „Fairness for Farmers“ hebt die Unterstützung für Produzenten in Ländern wie Afrika, Asien und Lateinamerika hervor. Um den Titel Fairtrade-Stadt zu erhalten, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig, wie die Verfügbarkeit fair gehandelter Produkte vor Ort. In Miesbach beteiligen sich sowohl Gastronomie als auch Einzelhandel aktiv an dieser Initiative.
Der Weg zur Fairtrade-Town
Der Zertifizierungsprozess wurde von Kick van Walbeek in nur neun Monaten geleitet. Wichtige Schritte umfassten die Schaffung von Verbindlichkeiten im Rathaus, Angebote im Einzelhandel und in der Gastronomie, Schulprojekte sowie Öffentlichkeitsarbeit. Fairtrade-Produkte werden mittlerweile in Supermärkten, Cafés und beim Catering der Stadt angeboten. Zudem wird die Fairtrade-Philosophie in Schulen vermittelt, was das Bewusstsein für nachhaltige Handelspraktiken bei der jungen Generation stärkt.
Die Initiative, Fairtrade-Stadt zu werden, begann mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, der im Stadtrat beschlossen wurde. Kick van Walbeek und Manfred Burger haben die Idee im Eine Welt Laden ins Leben gerufen. Miesbach erfüllt bereits viele Kriterien für den Status als Fairtrade-Town und plant, eine Vorreiterrolle im Landkreis einzunehmen, indem es sich in die Bewegung von über 906 Kommunen in Deutschland eingliedert, die sich für globale Gerechtigkeit einsetzen.
Engagement und Ausblick
Um die Fairtrade-Initiative weiter voranzutreiben, sind weitere Schritte notwendig. Dazu gehört die Bildung einer Steuerungsgruppe zur Koordination von Aktivitäten, die Einführung fairer Produkte in Verwaltung, Geschäften, Gastronomie, Vereinen und Schulen sowie eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit. Eine Auftaktveranstaltung ist bereits in Planung, in Kooperation mit Stefanie Stiller von der Ökomodell-Region Miesbacher Oberland.
Die Fairtrade-Philosophie wird nicht nur in Miesbach aktiv gelebt, sondern ist Teil eines globalen Netzwerks aus über 25 nationalen Fairtrade-Organisationen und drei Produzenten-Netzwerken in Asien, Lateinamerika und Afrika. Ziel ist es, den fairen Handel zu gestalten und die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bäuerinnen und Bauern zu verbessern. Die deutsche Mitgliedsorganisation von Fairtrade International, Fairtrade Deutschland, wurde 1992 unter dem Namen TransFair e.V. gegründet und hat sich seither als wichtige Stimme für faire Handelspraktiken etabliert. Über 90 Mitarbeitende im Kölner Büro setzen sich dafür ein, dass diese Werte in der Gesellschaft verankert werden.
Das frisch verliehene Zertifikat erhält einen Ehrenplatz im Rathaus Miesbach. Die Feier zur Auszeichnung fand in einem festlichen Rahmen mit fair gehandelten Häppchen und Musik von der Band La Musica statt. Mit der Zertifizierung hat Miesbach nicht nur einen wichtigen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit gemacht, sondern auch ein Zeichen für Fairness im Handel gesetzt. Die Re-Zertifizierung steht in zwei Jahren an, was den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Fairtrade-Initiative sichert.