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Im Landkreis Miesbach sind momentan 1634 Geflüchtete ansässig, was eine beeindruckende Asylquote von 103,23 Prozent ergibt. Von diesen Geflüchteten stammt knapp die Hälfte aus der Ukraine. Dies stellt sowohl eine große Herausforderung als auch eine Chance für die Integration dar, wie die neue Integrationsbeauftragte des Landkreises, Iryna Titov, betont. Seit März 2025 hat sie sich der Aufgabe verschrieben, die Zuwanderer dabei zu unterstützen, in der deutschen Gesellschaft Fuß zu fassen, und bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in deutschen Integrationsprojekten mit sich. Ihr Ziel ist es, die kulturellen Unterschiede zu überwinden und den Geflüchteten zu helfen, eine neue Rolle in der Gesellschaft zu finden und sich aktiv einzubringen.

Die Großunterkunft in Warngau, in der mehr als 90 Prozent der rund 360 Bewohner ukrainischer Herkunft sind, wird als vorbildlich beschrieben. Hier haben Kinder gemeinsam Weihnachten gefeiert und begonnen, die Schule zu besuchen. Solche Aktivitäten sind wichtig für das Miteinander und fördern den Austausch. Titov plant, im kommenden Jahr zahlreiche Projekte in Schulen zu initiieren, um die Integration weiter zu stärken und positive Beispiele gelebten Miteinanders zu schaffen.

Herausforderungen bei der Arbeitsmarktintegration

Viele Geflüchtete fühlen sich nach den Integrationskursen demotiviert, da die Anforderungen der Arbeitgeber oft über einfache Sprachzertifikate hinausgehen. Ein Problem, das insbesondere die Frauen betrifft: Laut Studien haben geflüchtete Frauen im Durchschnitt geringere Erwerbstätigenquoten als ihre männlichen Kollegen. Schwierigkeiten wie Sorgepflichten, fehlende Deutschkenntnisse und der hohe bürokratische Aufwand zur Anerkennung ihrer Abschlüsse stehen ihnen oft im Weg. IAB-Forum zeigt auf, dass nach sieben Jahren in Deutschland nur 29 Prozent der geflüchteten Frauen berufstätig sind, während es bei den Männern 75 Prozent sind.

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Das Potenzial zur Arbeitsmarktintegration für die ukrainischen Geflüchteten ist erheblich. Die Bertelsmann Stiftung berichtet, dass fast die Hälfte der geflüchteten Ukrainer plant, längerfristig in Deutschland zu bleiben. Dennoch kämpfen viele von ihnen mit den Hürden des deutschen Arbeitsmarkts. Insbesondere Frauen berichten von Schwierigkeiten, da sie oftmals beide Rollen – die einer Mutter und die einer erwerbstätigen Person – miteinander vereinbaren müssen.

Die Rolle der Gemeinschaft

Das Ehrenamt und das Engagement der Einheimischen spielen eine zentrale Rolle bei der Integration der Geflüchteten. Positive Begegnungen und alltägliche Interaktionen zwischen Einheimischen und Zuwanderern fördern das Miteinander. Iryna Titov fordert zur Kommunikation auf, um Vorurteile abzubauen und ein besseres Verständnis für die Herausforderungen der Geflüchteten zu schaffen. Es ist wichtig, dass sowohl Zugewanderte als auch Einheimische aktiv an diesem Prozess teilnehmen und ihre Kenntnisse und Erfahrungen austauschen.

Trotz der bestehenden Herausforderungen zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Zu Beginn des Ukraine-Kriegs dachten viele Geflüchtete an eine Rückkehr. Der Anteil jener, die sich nun ein langfristiges Leben in Deutschland vorstellen, ist jedoch gewachsen, sodass der Rückkehrwunsch auf nur 20 Prozent gesunken ist. Das zeigt, dass die Integration auch von der Bereitschaft der Gesellschaft abhängt, den Geflüchteten eine echte Chance auf ein neues Leben zu bieten.

Mit weiteren Projekten im Jahr 2026, wie etwa dem geplanten Arbeitgeberforum in Holzkirchen und der Einführung der Integreat-App zur Bereitstellung lokaler Informationen, wird der Landkreis Miesbach seinen geflüchteten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zusätzliche Ressourcen zur Seite stellen. Integrationsbeauftragte Iryna Titov sieht diese Vorhaben als Teil ihrer Lebensaufgabe, Integration erreichbar zu machen. Mit einem offenen Ohr und Engagement können Einheimische und Zuwanderer gemeinsam an einer besseren Zukunft bauen.