Im Landkreis Miesbach gibt es eine spannende Neuigkeit für die Jugend: Der Verein „FabLab Oberland“ wurde offiziell als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt. Diese Entscheidung des Jugendhilfeausschusses eröffnet neue Möglichkeiten, denn nun kann der Verein Fördermittel beantragen, um sein Angebot in der offenen Kinder- und Jugendarbeit weiter auszubauen. Seit 2018 engagiert sich der Verein bereits in diesem Bereich und bietet Räume für selbstbestimmtes Lernen sowie kreative Freizeitgestaltung an. Pro Jahr erreichen die Angebote des FabLab rund 600 Teilnehmer in 160 bis 200 Workshops, die sowohl im FabLab selbst als auch an Schulen stattfinden. Geschäftsführer Lukas Donner betont den wichtigen Kontakt zu Schulen, um schwer erreichbare Jugendliche anzusprechen. Die Workshops sind so gestaltet, dass sie niedrigschwellig sind und insbesondere Jugendliche mit Interessen in Elektrotechnik und Software ansprechen.
Ein eindrucksvolles Beispiel für die Arbeit des FabLab ist ein Schulprojekt, bei dem Jugendliche technische Probleme an ihrer Schule identifizieren und Lösungen entwickeln. So wurde beispielsweise ein bargeldloses Bezahlsystem für den Kiosk entworfen. Zudem gibt es ein Konzept für die Sammelunterkunft in Warngau, wo ein mobiles „FabLab“ zum Einsatz kommen soll. Diese Initiativen zeigen das Engagement des Vereins, die Jugendlichen aktiv zu fördern und deren Kreativität zu unterstützen. Weitere Informationen sind in einem Artikel auf Merkur.de zu finden.
Ein Blick zurück und nach vorne
Das FabLab Oberland wurde vor fünf Jahren mit der Vision eines „Makerspace“ gegründet. Heute umfasst das Angebot MINT-Bildungsprogramme und fördert den Umgang mit Hightech für Kinder und Jugendliche. Ziel ist es, das Bewusstsein und die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik zu stärken. Besonders bemerkenswert ist der mobile FabLab-Bus, der seit Dezember 2019 aktiv ist und Schulen besucht, um Unterrichtsstunden und projektbegleitende Unterstützung anzubieten. Bislang wurden bereits 396 Kurse an 16 Schulen durchgeführt, wodurch etwa 2000 Schülerinnen und Schüler erreicht wurden.
Zur weiteren Förderung der MINT-Bildung bietet das FabLab seit 2021 ein Ferienprogramm, freie Kurse und offene Nachmittage für Kinder und Jugendliche an, sowie offene Abende für Erwachsene. Diese Angebote erweitern den Zugang zur Technologie und Kreativität für die gesamte Gemeinschaft. Darüber hinaus ist der Verein in regionalen Entwicklungsprojekten aktiv, wie dem EUREGIO-Projekt „Connecting Peaks“, das sich mit der Besucherintensitätsmessung im Alpenraum befasst. Das FabLab hat auch einen Prototyp für einen Personenzähler entwickelt und erstellt grafische Auswertungen für die Regionalentwicklung Oberland (REO).
MINT-Bildung im Fokus
Der Erfolg des FabLab Oberland in der MINT-Bildung ist unbestreitbar, und der Verein plant, auch in Zukunft einen positiven Beitrag zu leisten. Im kommenden Jahr sind neue geförderte Projekte vorgesehen, die sich auf berufliche Bildung und technische Kreativität konzentrieren. Dies steht im Einklang mit dem Projekt meet2MINT, das die Begeisterung von Jugendlichen für MINT-Themen fördern möchte. Das Projekt zielt darauf ab, MINT erlebbar zu machen und soziale Räume zu schaffen, indem es praktische Erlebnisse in offenen Werkstätten und kreativen Events bietet.
Insgesamt zeigt die Entwicklung des FabLab Oberland, wie wichtig es ist, junge Menschen für technische Berufe zu begeistern und ihnen die notwendigen Fähigkeiten zu vermitteln. Es bleibt abzuwarten, welche neuen Ideen und Projekte in den kommenden Jahren umgesetzt werden. Doch eines ist sicher: Das FabLab ist ein wichtiger Akteur in der regionalen Bildung und wird weiterhin eine zentrale Rolle in der Förderung von Jugendlichen im Landkreis Miesbach spielen.



