Eine fröhliche und zugleich nachdenkliche Stimmung herrschte heute im Rathaus von Memmingen. Zahlreiche Mädchen und Jungen, die als Sternsinger verkleidet sind, haben nach dem Aussendungsgottesdienst in St. Johann den Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, die Bürgermeisterin Margareta Böckh und Dritten Bürgermeister Hans-Martin Steiger empfangen. Diese bunten Botschafter des guten Willens brachten nicht nur Lieder, sondern auch den Segen in die ehrwürdigen Mauern des Rathauses.
Die Kinder trugen mit großer Begeisterung das Lied „Stern über Bethlehem“ vor. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher bedankte sich herzlich bei den jungen Sängerinnen und Sängern und hob die Bedeutung dieser alten Tradition hervor. Diese Aktion, die heuer unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ steht, findet bereits zum 68. Mal statt und beschäftigt sich brennend mit einem Thema, das auch in Deutschland oft in den Hintergrund gerät.
Ein wichtiges Anliegen
Die aktuelle Sternsinger-Aktion setzt ein Zeichen im Kampf gegen ausbeuterische Kinderarbeit. Im Hinblick auf die weltweit alarmierenden Zahlen, die besagen, dass 138 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren arbeiten müssen, wird die Bedeutung der diesjährigen Initiative mehr als deutlich. In vielen Ländern, darunter Bangladesch, arbeiten rund 1,8 Millionen Kinder unter teils gesundheitsschädlichen Bedingungen, was die Zielsetzung der Aktion umso dringlicher macht.
Der Segen „C+M+B“ (Christus mansionem benedicat) wird nicht nur im Rathausportal, sondern auch an vielen Haustüren hinterlassen. Er symbolisiert den Wunsch nach einem gesegneten Zuhause und steht zugleich für die Unterstützung der Sternsinger, die durch ihre Aktionen Geld für benachteiligte und notleidende Kinder sammeln. Diese Spenden fließen in Bildungsprojekte, die Kindern den Schulbesuch ermöglichen sollen, statt sie in Fabriken arbeiten zu lassen.
Gemeinsam für Bildung
In den vergangenen Jahrzehnten kamen beim Dreikönigssingen über 1,4 Milliarden Euro zusammen, die für diverse Projekte weltweit verwendet wurden. Die Partnerorganisationen, wie die Abdur Rashid Khan Thakur Foundation, setzen sich aktiv dafür ein, Kinder aus ihrer ausbeuterischen Arbeit zu befreien und ihnen eine Schulbildung zu ermöglichen. Diese Organisationen sind ebenfalls aktiv in Bangladesch und helfen dabei, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu schützen und ihnen eine gerechte Chance auf Bildung zu geben.
Stadtpfarrer Pater Joshy Palakunnel O. Praem bedankte sich bei den Sternsingern für ihren Einsatz und wünschte allen ein Jahr voller Gnade, Segen und Frieden. Rund 90 Kinder und Erwachsene sind derzeit für diese großartige Sache in den Straßen von Memmingen und Umgebung unterwegs. In Zeiten wie diesen, in denen die Ohnmacht gegenüber Kinderarbeit oft groß erscheint, setzen die Sternsinger ein bemerkenswertes Zeichen der Hoffnung und des Wandels.