In Memmingen, Bayern, tut sich gerade etwas Spannendes: Planted, ein Schweizer Unternehmen, das sich auf pflanzenbasierte Fleischprodukte spezialisiert hat, hat eine neue Produktionsstätte eröffnet. Dabei geht es nicht nur um neue Gebäude, sondern um ein ganz neues Kapitel in der nachhaltigen Nahrungsmittelproduktion. Dieser Schritt bringt frischen Wind auf den Markt der alternativen Proteine und stößt auf reges Interesse bei Konsumenten und Umweltliebhabern. Laut Vegconomist startet die neue Anlage mit einer beeindruckenden Kapazität von über 20 Tonnen pro Tag und verdoppelt damit die gesamte Produktionsleistung des Unternehmens.
Die neue Fabrik in Memmingen, die vorher als Brauerei diente, setzt auf moderne Fermentationstechnologien. Damit steht die Produktion von biostrukturierten Proteinen, insbesondere dem planted.steak, im Mittelpunkt. Seit der Einführung im Jahr 2024 erfreut sich das Produkt großer Beliebtheit und die Anforderungen sind hoch. Judith Wemmer, Mitgründerin und Betriebsleiterin von Planted, erklärte, dass dieses Werk die skalierbare und nachhaltige Produktion von pflanzlichen Proteinen unterstützt und schnelle Produkteinführungen ermöglicht.
Nachhaltigkeit im Fokus
Das Engagement für Nachhaltigkeit ist das Herzstück dieser neuen Produktionsstätte. Geplant mit einem starken Augenmerk auf Energieeffizienz und CO2-Neutralität, nutzt die Anlage innovative Systeme wie Grundwasserkühlung und eine nachhaltige Energieversorgung. Dies wird ergänzt durch die Whole-Muscle-Platform-Fermentation, die es ermöglicht, pflanzenbasierte Muskelstrukturen für verschiedene Fleischsorten herzustellen. Tatsächlich hat Planted berechnet, dass die Herstellung eines planted.steak 97% weniger CO2-Emissionen verursacht und 81% weniger Wasser benötigt als die Produktion von Rindfleisch, so die Informationen von der Quelle GFI.
Der global steigende Fleischkonsum bringt massive Umweltprobleme mit sich. Laut GFI könnten die Emissionen aus tierischen Lebensmitteln die Erreichung internationaler Klimaziele gefährden. Eine pflanzenbasierte Ernährung könnte nicht nur die notwendigen landwirtschaftlichen Flächen von vier auf ein Milliarde Hektar reduzieren, sondern auch die Landwirtschaft nachhaltiger gestalten und den Druck auf Wasserressourcen verringern.
Ein neuer Arbeitsmarkt
Für die Region hat die Eröffnung der Anlage bedeutende wirtschaftliche Auswirkungen: Etwa 50 neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Standortwahl fiel auf Memmingen aufgrund der Verfügbarkeit von Fachkräften, einer Geschichte in der Lebensmittelproduktion und einer soliden Infrastruktur. Zudem unterstützt die Nähe zur Schweiz den Technologietransfer für die Fermentationsprozesse.
Mit der Einführung der neuen planted.steak Paprika-Variante und der Entwicklung weiterer Steakprodukte für die Markteinführung 2025 ist Planted bestens gerüstet, um die Wünsche der Verbraucher nach schmackhaften, nachhaltigen Alternativen zu bedienen. Eine Werbekampagne in Deutschland, Österreich und der Schweiz, angeführt von Brand Ambassador Christian Stucki, einem Wrestling-Champion, soll das Bewusstsein für die innovativen Produkte weiter stärken.
Die umweltfreundlichen Maßnahmen von Planted stimmen auch mit den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung überein, die eine Reduktion des Fleischkonsums auf maximal 300 Gramm pro Person und Woche nahelegt, um eine nachhaltige Ernährung zu fördern. Diese Vorgehensweise könnte nicht nur der individuellen Gesundheit zugutekommen, sondern auch der Umwelt, was die Wichtigkeit der Entwicklung und Etablierung pflanzenbasierter Alternativen unterstreicht. Laut Umweltbundesamt fördert eine nachhaltige Ernährung die Gesundheit aller Menschen und bleibt innerhalb der Grenzen unserer Erde.