In Burgsinn, einer malerischen Gemeinde im Landkreis Main-Spessart, steht das Neue Schloss vor einer ungewissen Zukunft. Derzeit wird die historische Anlage versteigert, doch die Dringlichkeit einer Sanierung könnte nicht größer sein. Bernold Freiherr von Thüngen, der durch die romantische Parkanlage am Schloss führt, spricht von einer wahren „Traumsituation“, die jedoch dringende Maßnahmen erfordert. In den letzten Jahren hat der Verfall der historischen Strukturen besorgniserregende Ausmaße angenommen.
Bei einem Rundgang weist von Thüngen auf mehrere bauliche Mängel hin. Treppen, Mauern und Portale haben teilweise stark gelitten, und selbst der große Stein mit dem Familienwappen zeigt ernste Zeichen des Alters und der Abnutzung. „Wenn wir nichts unternehmen, wird die Anlage letztendlich zu einem Steinhaufen verfallen“, warnt er. Besonders alarmierend sind die wuchernden Bäume im buntsandsteingefassten Brunnen und die instabile Platte, die droht umzukippen.
Ein Stück Geschichte in Not
Das Neue Schloss, auch Alte Burg oder Altes Schloss genannt, wurde bereits im Jahr 1001 erstmals urkundlich erwähnt und ist ein prägendes Bauwerk der Region. Erbaut als Niederungsburg, besticht die Anlage durch ihre beeindruckende Bauweise aus Buntsandstein und Fachwerk. Das dichte und geschichtsträchtige Erbe der Freiherren von Thüngen zieht Besucher an.
Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass die Burg im Laufe der Jahrhunderte oft den Besitzer wechselte. Aktuell gehört sie dem in Frankreich lebenden Gottfried von Thüngen, doch die Räume sind unbewohnt. Trotzen die Mauern und der umliegende Wassergraben, der von einer unterirdischen Quelle gespeist wird, so drücken die zahlreichen Mängel auf die Notwendigkeit einer schnellen Intervention.
Fördermöglichkeiten zur Rettung
Für solche Kulturerbe-Projekte, wie das Neue Schloss in Burgsinn, bietet die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wertvolle Unterstützung an. Jährlich werden bis zu 600 Sanierungsprojekte gefördert, wobei ein jährliches Fördervolumen von rund 20 Millionen Euro bereitgestellt wird. Dabei sollen nicht nur Schlösser, sondern auch Kirchen, historische Gärten und andere Denkmäler gefördert werden, um sie vor dem Verfall zu bewahren.
Insgesamt haben bereits etwa 7.500 Denkmäler von der Unterstützung profitiert, und es wird angestrebt, diese Zahl weiter zu erhöhen. Das Engagement einer ehrenamtlichen wissenschaftlichen Kommission entscheidet über die Projekte, die eine Förderung erhalten. Auch für das Neue Schloss in Burgsinn könnte hier ein Weg offenstehen, um die wertvolle historische Substanz zu erhalten.
Doch nun ist erst einmal die Versteigerung angesetzt. Potenzielle Käufer und Investoren sind gefordert, ein gutes Händchen und das nötige Feingefühl für solch ein kulturelles Erbe mitzubringen. Die Zukunft des Neuen Schlosses liegt in den Händen derjenigen, die bereit sind, in die Sanierung und den Erhalt dieses geschichtsträchtigen Bauwerks zu investieren.