Im Dezember 2025 wird ein ganz besonderes Kinoereignis in Bayern stattfinden: der Dokumentarfilm „Agent of Happiness“. Diese filmische Reise nimmt die Zuschauer mit in die entlegenen Täler Bhutans und thematisiert das Konzept des „Bruttonationalglücks“, das seit den 1970er Jahren das politische Fundament des kleinen Himalaya-Staats bildet. Laut main-spessart.de wird der Film zwei Kinovorführungen im Luitpoldhaus in Marktheidenfeld und in den Burg-Lichtspielen Karlstadt gezeigt.
Den Auftakt zur filmischen Diskussion bildet eine Vorstellung am 4. Dezember 2025, gefolgt von weiteren Vorführungen am 8., 11. und 14. Dezember. Ein besonderes Highlight wird die Diskussion nach dem Film am 4. Dezember sein, die tiefere Einblicke in die Problematik des Glücks und das Leben in Bhutan gibt. Der Eintritt kostet 6 Euro, und eine mobile induktive Höranlage für hörgeschädigte Menschen steht nach Anmeldung zur Verfügung. Interessierte können sich bei Ilse Krämer unter der Telefonnummer 0 93 53 – 793-1758 melden, oder per Mail an Agenda21@Lramsp.de.
Ein Blick in die Seelenwelt Bhutans
Der Film begleitet Amber Gurung, ein „Glücksagent“, der seine Mitstreiter durch die Hügel und Täler Bhutan fährt, um die Bevölkerung über ihr Glück zu befragen. Dabei werden unterschiedliche Lebensrealitäten sichtbar: Von der Herausforderung, mit Trauer und Verlust umzugehen, bis hin zu den kleinen Freuden des Alltags. So erzählt Tshering, ein Befragter, von seiner schwer verstorbenen Frau und findet Trost in seinem Enkelkind. Dechen, ein Transgender-Performer, hat eine krebskranke Mutter und träumt von einer Geschlechtsumwandlung. Diese authentischen Lebensgeschichten werden im Film eindrucksvoll beleuchtet, während die Antworten auf die standardisierten Fragebögen von den Befragten variieren.
In Bhutan wird Glück als flüchtiger Moment beschrieben, der das Gleichgewicht zwischen dem Inneren und Äußeren darstellt. Das Königshaus hat die Staatsführung auf die Förderung des „Bruttonationalglücks“ ausgerichtet, das seit 2008 regelmäßig bei Befragungen ermittelt wird. Hierbei werden Aspekte wie Gesundheit, Bildung und Umweltschutz in den Vordergrund gerückt. Jeder Bewohner Bhutans wird als wertgeschätzt betrachtet, und die Erhebung der Lebenszufriedenheit gilt als Zeichen der persönlichen Achtung. Der Begriff „Bruttonationalglück“ wurde erstmals 1979 von König Wangchuck IV. geprägt und ist bis heute in die Verfassung des Landes integriert.
Herausforderungen und Errungenschaften
Doch das schnelllebige Leben, insbesondere seit der Einführung des Internets im Jahr 2010, hat der einst harmonischen Gesellschaft auch dunkle Schatten beschert. Die Unzufriedenheit, insbesondere unter den Jugendlichen, ist gestiegen, was sich in erhöhten Selbstmordraten und einem größeren Bedarf an psychiatrischer Versorgung niederschlägt. Bhutan ist als einziges Land der Welt klimaneutral und hat das Ziel, seine Landwirtschaft auf 100 Prozent Bio umzustellen. Dennoch gibt es auch einige wirtschaftliche Abhängigkeiten, insbesondere von Indien, die keine leichte Last für das Land sind. Der Demokratieprofessor Karl-Heinz Brodbeck weist darauf hin, dass trotz der sozialen Erfolge auch ernsthafte Herausforderungen bestehen.
Mit den bevorstehenden Filmvorführungen setzen die Organisatoren ein Zeichen für die Auseinandersetzung mit den tiefen Fragen des Lebens und des Glücks. Die Zuschauer sind eingeladen, sich an diesem Dialog zu beteiligen und mehr über die Lebensrealitäten der Menschen in Bhutan zu erfahren. Es verspricht, ein Abend voller Erkenntnisse und Inspiration zu werden, der weit über die Kinoleinwand hinausgeht. Wer mehr über das Leben in Bhutan lernen möchte, dem sei dieser Film ans Herz gelegt – eine echte Gelegenheit, das eigene Verständnis von Glück zu hinterfragen!