In der Öko-Modellregion Obermain-Jura gibt es bis März 2024 die Möglichkeit, Fördermittel für Kleinprojekte zu beantragen. Diese Initiative zielt darauf ab, die regionale Bio-Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken. Projektmanager Stefan Janssen berichtet von einer vollständigen Ausnutzung des Förderprogramms im vergangenen Jahr, in dessen Rahmen zehn Betriebe unterstützt wurden. Der Fokus lag dabei auf der Qualitätsverbesserung und der Arbeitserleichterung für Direktvermarkter. In diesem Zusammenhang wurden Förderungen für verschiedene Projekte bereitgestellt, darunter der Kauf von Mühlen für Holzofenbäckereien, ein Farbsortierer für einen Erzeugerbetrieb und Ausstattung für Wurstküchen.
Die Fördermittel stammen aus dem Landesprogramm „BioRegio 2030“ des Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus. Verarbeiter, Händler und Erzeuger von Bio-Produkten können Anträge stellen. Kleinprojekte mit Gesamtausgaben bis 20.000 Euro netto können mit bis zu 50% gefördert werden. Die Projekte sollen zur Stärkung der regionalen Bio-Wertschöpfungsketten beitragen und auch das Bewusstsein für regionale Bio-Produkte fördern. Es ist wünschenswert, dass die Projekte einen regionalen Bezug aufweisen; eine Bio-Zertifizierung ist jedoch für kleine Händler nicht zwingend erforderlich.
Wichtige Fristen und Antragsdetails
Der Bewerbungsschluss für die Förderanträge ist der 13. März 2024. Die Umsetzung der Kleinprojekte muss bis zum 20. September 2024 erfolgen, wobei ein Beginn der Arbeiten vor der Bewilligung nicht gestattet ist. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten sind auf der Homepage der Öko-Modellregion Obermain-Jura zu finden: www.oekomodellregionen.bayern/obermain-jura. Bei Rückfragen können Interessierte sich direkt an Projektmanager Stefan Janssen wenden, entweder per E-Mail oder telefonisch.
Neues Förderprogramm und seine Ziele
Zusätzlich zu den bereits bestehenden Fördermöglichkeiten hat das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) ein neues Programm namens „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ ins Leben gerufen. Dieses Programm wurde 2022 eingeführt und richtet sich gezielt an bayerische Öko-Modellregionen. Damit soll die regionale Bioland- und Ernährungswirtschaft sowie die Bio-Wirtschaftskreisläufe gestärkt werden. Die Entscheidung über die Förderung einzelner Projekte liegt in der Verantwortung der jeweiligen Region. Auswahlkriterien umfassen unter anderem den Beitrag zum Aufbau regionaler Bio-Wertschöpfungsketten und die Bewusstseinsbildung für regionale Bio-Lebensmittel.
Einbindung in die Bio-Strategie 2030
Das BMEL hat in diesem Kontext auch die Bio-Strategie 2030 vorgestellt, die den Ausbau des ökologischen Landbaus auf 30% der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland zum Ziel hat. Diese Strategie umfasst 30 Maßnahmen, die darauf abzielen, die gesamte Land- und Lebensmittelwirtschaft an Umwelt- und Ressourcenschutz auszurichten. Der Ökolandbau soll eine zentrale Rolle in der Transformation der Landwirtschaft spielen. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, sind umfassende Strategien notwendig, die Bund, Länder, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis einbeziehen.
Insgesamt wird durch diese Förderprogramme ein wichtiger Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der regionalen Landwirtschaft geleistet. Projekte, die sich mit der Verarbeitung von Bio-Lebensmitteln befassen oder die Bio-Außer-Haus-Verpflegung fördern, sind entscheidend für die Stärkung der lokalen Wirtschaft und die Sensibilisierung der Verbraucher für nachhaltige Produkte. Wer also in der Region aktiv werden möchte, sollte die Fristen und Anforderungen der Förderprogramme genau im Blick behalten.