Am 2. Dezember 2025, nur einen Tag nach dem weltweiten Gedenken an den Welt-AIDS-Tag, rücken die Herausforderungen in der Bekämpfung von HIV und AIDS wieder ins Rampenlicht. Der Welt-AIDS-Tag, der seit 1988 in Deutschland gefeiert wird, hatte in diesem Jahr das Motto „Gemeinsam – Gerade jetzt“ ausgerufen, um eine breite Allianz von Menschen mit HIV, Fachleuten, der Politik und interessierten Gruppen zu schaffen. Laut Landkreis Landshut zielte dieses Motto darauf ab, dringend benötigte Unterstützung und Aufmerksamkeit für die Gesundheitsnotlage zu mobilisieren.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, dass weltweit etwa 41 Millionen Menschen mit HIV leben, doch über neun Millionen von ihnen haben keinen Zugang zu notwendigen Behandlungen. Ein besorgniserregendes Detail ist, dass rund zwei Drittel aller HIV-Therapien stark von den USA abhängen, deren finanzielle Unterstützung in den letzten Jahren drastisch zurückgefahren wurde. Diese Entwicklung könnte katastrophale Folgen haben, denn die WHO schätzt, dass bis 2029 vier Millionen Menschen an AIDS sterben könnten, wenn sich die Kürzungen der Mittel fortsetzen.

Kritische Lage durch Kürzungen

Stellen wir uns vor: Millionen von Menschen, besonders im Globalen Süden, könnten von den notwendigen Therapien abgeschnitten werden. Die deutsche Dermatologische Gesellschaft und die Deutsche STI Gesellschaft warnen davor, dass ein neues Aufflammen der HIV-Epidemie droht, wenn die Programme zur HIV-Prävention und Behandlung immer weniger finanzielle Unterstützung erhalten. Die Berichterstattung hebt hervor, dass die USA ihre finanziellen Zusagen, insbesondere im Rahmen von PEPFAR und USAID, bereits vollständig zurückgezogen haben und damit die Unterstützung für über 270.000 medizinische Fachkräfte, die auf HIV-Programme angewiesen sind, wegfällt.

Aktuelle Schätzungen zufolge könnten eine solche Entwicklung zwischen 2025 und 2029 bis zu 6,6 Millionen zusätzliche Neueinfektionen und 4,2 Millionen zusätzliche AIDS-Todesfälle nach sich ziehen. Dabei ist die Notwendigkeit, innovative Finanzierungsmodelle für Gesundheitssysteme, insbesondere in Afrika, zu diskutieren, dringlicher denn je. Letztes Jahr gab Deutschland eine Milliarde Euro für die HIV-Bekämpfung bekannt, was jedoch 300 Millionen Euro weniger ist als im vorherigen Finanzierungszyklus.

Hoffnung auf Verbesserung

Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke: Das Gesundheitsamt Landshut hat sein Beratungs- und Testangebot ausgeweitet, und im Jahr 2023 haben bereits 200 Menschen diese Möglichkeit genutzt. Die Testzeiten sind Montag bis Mittwoch von 11:00 bis 12:00 Uhr sowie Donnerstag von 14:00 bis 16:30 Uhr, und an individuelle Termine ist ebenfalls gedacht. Die Gesundheitsämter bieten kostenlose und anonyme Beratung sowie Tests an. Besonders wichtig ist, dass Personen, die einem Risiko für sexuell übertragbare Infektionen ausgesetzt sind, sich testen lassen und frühzeitig behandelt werden.

In Deutschland erhalten derzeit 98 Prozent der HIV-Infizierten die notwendige Behandlung. Dennoch gibt es immer noch etwa 8.200 Menschen, die nicht einmal wissen, dass sie infiziert sind. Damit wird deutlich, dass die HIV-Prävention und -Behandlung nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den direkt Betroffenen, sondern auch eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist, um die Verbreitung des Virus einzudämmen und die Lebensqualität der Infizierten zu sichern.

Mit einem gemeinsamen Aufruf zur Zusammenarbeit wird mehr denn je deutlich, dass die Bekämpfung von HIV und AIDS eine Teamleistung erfordert. Umso wichtiger ist es, die politischen Entscheidungsträger, das Gesundheitspersonal, die Öffentlichkeit und die Betroffenen zu vereinen, um die wahre Bedeutung des Welt-AIDS-Tages nicht nur an einem Tag im Jahr, sondern durch das ganze Jahr zu leben.