Die Tarifverhandlungen im bayerischen öffentlichen Nahverkehr nehmen Fahrt auf, und das spürt man nicht nur in den Sitzungssälen, sondern auch direkt im Alltag der Pendler:innen. Heute, am 7. April 2026, sind in Augsburg die Busse und Straßenbahnen durch einen 24-stündigen Streik zum Stillstand gekommen. Die Gewerkschaft Verdi hat diesen Ausstand organisiert, um den Druck in den laufenden Verhandlungen zu erhöhen. Doch die Streikaktionen sind nur der Auftakt einer turbulenten Woche, wie br.de berichtet.

Trotz der Herausforderungen in Augsburg bleibt München von einem umfassenden Streik verschont. Während der öffentliche Nahverkehr in der bayerischen Landeshauptstadt nicht bestreikt wird, wird dennoch ein Teil der Verwaltung sowie Werkstätten betroffen sein. Hier hat man sich auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt, um sicherzustellen, dass niemand im Tunnel übernachten muss. Der Fokus der Gewerkschaft liegt darauf, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen, während die Arbeitgeber an einem verbesserten Angebot arbeiten, das eine Lohnerhöhung von über 9% sowie eine Arbeitszeitverkürzung auf 37,5 Stunden pro Woche ab Juli 2029 beinhaltet.

Warnstreiks an mehreren Standorten

Der Aufruf zur Streikaktion ist auch für die nächsten Tage hoch im Kurs. Morgen wird der komplette Fahrdienst in Nürnberg, einschließlich Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen, bestreikt; das Ganze startet bereits um 5:00 Uhr und dauert bis Betriebsende. In Landshut rechnen die Verkehrsbetriebe ebenfalls mit einem massiven Ausfall und kompletten Stillstand. Dennoch bleibt die S-Bahn in Nürnberg auf der Strecke, da für diese ein anderer Tarifvertrag gilt. Die Gewerkschaft will sicherstellen, dass die Bürger:innen nicht übermäßig belastet werden, indem private Busunternehmen und die Regionalbahnen von den Protesten verschont bleiben. So wird die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) einen Streikfahrplan veröffentlichen, um Pendler:innen weiterhin einen Zugang zum Volksfest zu ermöglichen, das zeitgleich stattfindet. Hier wird ein Shuttle-Bus im 15-Minuten-Takt eingerichtet, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten, während ein nostalgischer Oldtimer-Bus Fahrten vom Hauptbahnhof zum Volksfestplatz anbietet, wie die Allgäuer Zeitung vermeldet.

Erwartungen und Forderungen

Das Ergebnis der jüngsten Verhandlungen lässt bei vielen die Spannung steigen. Bei den letzten Gesprächen vor zwei Wochen gab es zwar Ansätze für eine Einigung, doch diese reichten nicht aus, um eine Einigung zu erzielen. Verdi fordert nun eine Lohnerhöhung von 550 Euro in zwei Stufen bei 24 Monaten Laufzeit, was im Vergleich zur anfänglichen Forderung von 670 Euro für ein Jahr eine Anpassung darstellt. Arbeitgeber haben zwar ein verbessertes Angebot unterbreitet, doch die Gewerkschaft hält dies für unzureichend. In weiteren Verhandlungen am 15. April in Nürnberg wird erwartet, dass beide Seiten erneut an den Verhandlungstisch treten.

Die Situation im bayerischen Nahverkehr kann angesichts des eigenständigen Tarifvertrags, der rund 9.000 Beschäftigte in 20 Kommunen betrifft, als angespannt beschrieben werden. Die Arbeitgeber betonen ihren Unmut über die Warnstreiks und deren Belastung für die Bürger:innen, während die Gewerkschaft Verdi weiterhin auf faire Bedingungen drängt.