Heute ist der 11.04.2026. Die Gewerkschaft Verdi hat für Dienstag, den 14. April, einen Warnstreik im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Bayern angekündigt. Betroffen sind U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen in zehn Städten, darunter München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) rechnet mit schweren Einschränkungen im Betrieb. Besonders betroffen sind die U-Bahn und die Tram in München, die vorerst nicht in Betrieb genommen werden, während einige Linien möglicherweise abhängig von der Personalverfügbarkeit starten könnten. Fahrgästen wird geraten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen oder das Homeoffice einzuplanen. S-Bahn, Regionalzüge und MVV-Regionalbuslinien sind hingegen nicht vom Streik betroffen und verkehren normal. Die MVG bereitet zudem einen Notfahrplan vor, um eine gleichmäßige Verteilung der einsatzbereiten Busse zu gewährleisten.

Verdi fordert eine Gehaltserhöhung von insgesamt 550 Euro, aufgeteilt auf zwei Stufen bei einer Vertragslaufzeit von 24 Monaten. Darüber hinaus verlangt die Gewerkschaft eine Verringerung der Wochenarbeitszeit und eine maximale Schichtlänge von elf Stunden. Laut Verdi zeigen die Arbeitgeber kaum Bewegung in den Verhandlungen, was den Frust der Fahrgäste verständlich macht. In einer Meldung wird auch auf die bevorstehenden Verhandlungen zwischen Verdi und dem kommunalen Arbeitgeberverband hingewiesen, die in der nächsten Woche stattfinden sollen. Diese Woche plant Verdi, Druck auszuüben, um ihre Forderungen durchzusetzen.

Details zu den Streikmaßnahmen

In Bayern stehen neun Kommunen auf der Streikliste: Augsburg, Passau, Landshut, München, Nürnberg, Bayreuth, Bamberg, Regensburg, Dachau und Schweinfurt. Verdi informiert, dass weitere Aktionen in anderen Städten möglich sind. Die Warnstreiks in München beginnen bereits am Mittwoch um 11 Uhr und betreffen auch das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Bayern und Atalanta Bergamo. Die Verkehrsbetriebe versuchen, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie bereits beim DFB-Pokal. Der Warnstreik in München soll bis Freitag um 4 Uhr andauern. Es ist zu erwarten, dass die Busse, U- und Straßenbahnen in der Früh zur Rushhour fahren, später jedoch nur vereinzelt. Die MVG hat angekündigt, dass ganztägige Streiks im Fahrgastservice und der Leitstelle stattfinden werden.

Verdi plant möglicherweise kürzere Aktionen nach der Rushhour, wobei der Schwerpunkt der Streiks auf den Werkstätten liegen soll. Notdienstvereinbarungen sollen sicherstellen, dass Fahrgäste nicht lange warten müssen. Die Gewerkschaft weist den Vorwurf der nachlassenden Streikbereitschaft zurück und macht deutlich, dass ihre Aktionen nicht zur Mitgliederwerbung genutzt werden, sondern um die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern.

Hintergrund der Tarifverhandlungen

Die aktuellen Verhandlungen betreffen den eigenen Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) für rund 9.000 Beschäftigte in 20 Kommunen in Bayern. Verdi fordert nicht nur eine Erhöhung von 670 Euro pro Monat, sondern auch eine Reduzierung der Arbeitszeit von 38,5 auf 35 Wochenstunden. Die Arbeitgeber haben bisher lediglich eine Lohnerhöhung von 5 Prozent angeboten, basierend auf dem Vorjahr. Verdi lehnt die Gegenrechnung von Lohnplus bei kürzeren Arbeitszeiten ab und bietet längere Laufzeiten als nur ein Jahr an. Zudem haben die Arbeitgeber eine Schlichtung angeboten, die von Verdi abgelehnt wurde, was die Verhandlungen zusätzlich erschwert.

Die Situation im öffentlichen Nahverkehr in Bayern ist angespannt, und die bevorstehenden Streiks werfen Fragen über die Arbeitsbedingungen und die Zukunft des Nahverkehrs auf. Die Forderungen von Verdi spiegeln nicht nur die aktuelle Unzufriedenheit der Beschäftigten wider, sondern auch die Notwendigkeit, den öffentlichen Nahverkehr politisch zu unterstützen und zu fördern. Für Fahrgäste wird es entscheidend sein, sich auf die kommenden Tage vorzubereiten und alternative Transportmöglichkeiten zu prüfen.

Mehr Informationen zu den Hintergründen der Streikmaßnahmen und den aktuellen Entwicklungen finden Sie in unserem Artikel auf Merkur sowie auf BR.de.