Wie aufregend der Jahreswechsel auch sein mag, die Risiken, die mit Feuerwerk einhergehen, werden oft unterschätzt. Das musste ein 14-jähriger Jugendlicher in Rottenburg an der Laaber im Landkreis Landshut schmerzhaft erfahren. Am Dienstagabend wurde er beim Zünden einer Feuerwerksrakete an der rechten Hand verletzt. Die Gruppe von Jugendlichen, die den Feuerwerkskörper zündete, entfernte sich schnell vom Ort des Geschehens, sodass die Polizei nun ermittelt und eine Fahndung eingeleitet hat. Bisher konnten keine konkreten Verursacher ermittelt werden, und die Polizeiinspektion Rottenburg hat aufgrund der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Zeugen sind aufgerufen, sich unter der Telefonnummer (08781)94140 zu melden, um zur Aufklärung des Vorfalls beizutragen. Diese Ereignisse werfen ein Schlaglicht auf die Gefahren der Pyrotechnik zu Silvester.
In Österreich gehört Feuerwerk zur Silvestertradition, doch der Spaß hat auch seine Schattenseiten. Jährlich verletzen sich zwischen 200 und 400 Menschen so schwer durch Feuerwerksunfälle, dass sie in Krankenhäusern behandelt werden müssen. Das sollte auch den Verantwortlichen in der Region zu denken geben. So resümiert es das nachrichten.at, dass unter den verletzten Personen ein erheblicher Teil Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren ausmacht – sie machen 51 Prozent der Verletzten aus. Die Zahl steigt zusammen mit Kindern bis 14 Jahren sogar auf 66 Prozent. Pflichten werden oft nicht ernst genommen, und insbesondere männliche Nutzer sind dabei meist die Hauptbetroffenen.
Die häufigsten Ursachen für Unfälle
Die Ursachen von Feuerwerksunfällen sind oft auf unsichere Handhabung zurückzuführen. Laut dem heute.at stellen viele Feuerwerkskörper kleine Sprengsätze dar, die bei falscher Benutzung zu schweren Verletzungen führen können. Häufige Verletzungen sind tiefe Schnitt- und Risswunden, (Teil-)Amputationen, Knalltraumata, sowie Wunden im Augenbereich und sogar Verbrennungen. Eine erschreckende Tatsache ist, dass 93 Prozent der Menschen, die Raketen zünden, dies oft unsicher tun, beispielsweise in Sektflaschen oder direkt am Boden. Beim Umgang mit Feuerwerkskörpern ist Vorsicht geboten, da unachtsames Zünden auch zu tragischen Unfällen führen kann.
Die Sicherheitsvorkehrungen sind so wichtig wie nie zuvor. Experten warnen vor der Verwendung illegaler Pyrotechnik und betonen, dass nur Artikel, die den Prüfnormen BAM und CE entsprechen, sicher sind. Selbstgemachte oder aus dem Ausland beschaffte Feuerwerkskörper sind oft der Grund für schwere Unfälle. Ein Umstand, den auch der KFV-Direktor Christian Schimanofsky kritisiert, da er ein erhöhtes Bewusstsein für die Gefahren erhebt. Die Sorgfaltspflicht liegt sowohl bei den Händlern als auch bei den Eltern.
Sicherheitsbewusstsein fördern
Gerade in Feierlaune sollte niemand die Sicherheit aus den Augen verlieren. Rund 80 Prozent der Haushalte glauben fälschlicherweise, dass F2-Feuerwerke überall im Ortsgebiet erlaubt sind – das ist nicht der Fall. Hinsichtlich dieser Missverständnisse müssen Aufklärung und Information dringend verstärkt werden. Familien mit Kindern sollten sich vergewissern, dass die Kleinen beim Zünden in sicherer Entfernung bleiben. Auch die Entsorgung von abgebrannten Feuerwerkskörpern ist nicht zu vernachlässigen; sie sollten im Restmüll entsorgt werden, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Es ist an der Zeit, dass wir alle ein gutes Händchen bei der Handhabung von Pyrotechnik beweisen und den Feierlichkeiten nicht die Freude durch unbedachte Unfälle nehmen.