In Landshut, wo die Isar sanft durch die Stadt fließt, hat die Kunst einen neuen Raum gefunden. Hermann Damböck, ein leidenschaftlicher Kunstförderer, hebt hervor, wie prägend der Fluss für das Stadtbild ist, bemängelt jedoch die mangelnden künstlerischen Aktivitäten im Vergleich zu Regensburg. Um dem entgegenzuwirken, gründete Damböck im Jahr 2022 gemeinsam mit sechs weiteren Enthusiasten den Verein „Kunst an der Isar“. Das Ziel: die Isar als kulturellen und künstlerischen Raum erlebbar zu machen und die Landshuter Bevölkerung aktiv einzubinden.
Im Sommer 2023 wird die Isar zum Schauplatz zeitgenössischer Kunst. Vom 27. Juni bis 23. Juli findet ein spannendes Projekt mit dem gleichen Namen statt, bei dem insgesamt 14 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke entlang des Flusses zwischen der Luitpoldbrücke und dem Maxwehr präsentieren. Die Ausschreibung für die Teilnehmenden wurde in Zusammenarbeit mit Kulturverbänden aus Niederbayern, der Oberpfalz und der Akademie der Bildenden Künste in München durchgeführt. Renommierte Künstler wie Andreas Kuhnlein und Martina Kreitmeier sind mit von der Partie und tragen zur Vielfalt der Ausstellung bei.
Ein neues Leben für den Verein
Nach den ersten beiden Auflagen der Ausstellung musste der Verein aufgrund beruflicher Verpflichtungen seiner Mitglieder aufgelöst werden. Doch die Leidenschaft für Kunst, Natur und Gemeinschaft ließ die Akteure nicht ruhen, und so wurde der Verein neu gegründet. Neben der Ausstellung organisiert der Verein auch Führungen mit Schulklassen, um Kunst und Geschichte lebendig zu vermitteln. Diese gemeinnützige Initiative wird durch den Kulturfonds Bayern gefördert, wobei die Stadt Landshut ebenfalls finanziell unterstützt.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf zwischen 25.000 und 30.000 Euro. Jeder Künstler erhält eine Aufwandsentschädigung von 1.000 Euro. Um die Finanzierung sicherzustellen, mussten die Mitglieder Sponsoren gewinnen, und in finanziellen Engpässen sind sie bereit, mit ihrem Privatvermögen einzuspringen. Dies zeigt das große Engagement und den hohen logistischen Aufwand, denn Kunstobjekte müssen bei Hochwasser innerhalb von 24 Stunden entfernt werden. Der Verein steht in engem Kontakt mit verschiedenen Behörden, einschließlich des Wasserwirtschaftsamts, und teilweise müssen Straßen für die Installation der Kunstwerke gesperrt werden.
Ein Blick auf die Zukunft
Die Initiative „Kunst an der Isar“ bietet nicht nur eine Plattform für kreative Köpfe, sondern fördert auch den Austausch und das Miteinander der Landshuter Bürger. So wird Landshut nicht nur als „Laho-Stadt“ wahrgenommen, sondern als Ort, der Kunst und Gemeinschaft verbindet. Die kommenden Wochen versprechen spannende Erlebnisse und einen neuen Blick auf die Isar – ein Fluss, der nicht nur Wasser führt, sondern auch Kunst und Kultur durch die Stadt strömen lässt. Wer sich für das Projekt interessiert, findet weitere Informationen direkt auf der Webseite der Süddeutschen Zeitung.