Heute ist der 19.04.2026 und der Landkreis Kulmbach feiert einen bemerkenswerten Meilenstein: Seit genau zehn Jahren können Elektrofahrzeuge auf dem Besucherparkplatz des Landratsamtes geladen werden. Die erste Ladesäule wurde im Jahr 2016 in Betrieb genommen, und seither hat sich viel getan. In einer gemeinsamen Anstrengung mit Partnern hat der Landkreis die Elektromobilität systematisch ausgebaut. Aktuell stehen im gesamten Landkreis bereits 19 kommunale Ladesäulen zur Verfügung, ein deutlicher Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Mobilität.

Der Weg zur breiten Nutzung von Elektrofahrzeugen begann jedoch schon früher. Bereits 2012 wurde ein Aktionstag zur E-Mobilität organisiert, und 2014 analysierten Auszubildende des Landratsamtes den Fuhrpark, um mögliche Einsatzbereiche für Elektrofahrzeuge zu prüfen. Dieses innovative Projekt wurde mit dem Ausbildungspreis des Arbeitskreises Schule und Wirtschaft ausgezeichnet. Der Kreisausschuss beschloss im November 2015 die Installation einer öffentlichen Ladesäule, die in Zusammenarbeit mit dem Energieversorger N-ERGIE umgesetzt wurde. Letzterer übernahm einen Großteil der Kosten für die Ladesäule, die Installation und den Ökostrom.

Wachstum der Ladeinfrastruktur

Bis zum Jahr 2020 konnten Nutzer den Ladestrom sogar kostenlos genießen. Landrat Klaus Peter Söllner hebt die immense Bedeutung der Elektromobilität besonders im ländlichen Raum hervor. Die Ladeinfrastruktur wurde kontinuierlich erweitert, unterstützt durch die Kooperation mit N-ERGIE. Diese Partnerschaft hat nicht nur den Ausbau von Ladepunkten erleichtert, sondern auch die Städtebauförderung der Regierung von Oberfranken hat ihren Teil dazu beigetragen.

Im Rahmen der Sanierung der Fahrradhalle und des Neubaus des Beruflichen Schulzentrums investierte der Landkreis sogar in Schnellladepunkte. All diese Ladesäulen sind im Ladeverbund+ integriert, wodurch der Ladevorgang über die Ladeverbund+-App, QR-Code oder RFID-Ladekarte freigeschaltet werden kann. Die Nachfrage nach den Ladestationen wächst stetig, auch wenn die Erlöse aus dem Stromabsatz noch nicht die laufenden Kosten an vielen Standorten decken. Etwa ein Drittel der Ladestationen nähert sich jedoch dem wirtschaftlichen Betrieb, was ein positives Signal für die Zukunft ist.

Die Herausforderungen meistern

N-ERGIE arbeitet eng mit dem Landkreis Kulmbach und LadeVerbundPlus am weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur in der Region. Ziel ist es, das sogenannte „Henne-Ei-Problem“ zwischen Ladeangebot und E-Fahrzeugen zu lösen und die Elektromobilität voranzutreiben. Besonders in ländlichen Regionen liegt der Fokus auf der Schaffung öffentlicher Ladepunkte, ohne dass die Wirtschaftlichkeit einzelner Ladestationen im Vordergrund steht.

In Kulmbach und Thurnau wird bereits an neuen Ladeinfrastrukturprojekten gearbeitet, wobei die Projektpartner gespannt auf die Akzeptanz der neuen Ladepunkte sind. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Investitionskosten an zwei Standorten in Kulmbach und Thurnau-Hutschdorf refinanzieren lassen.

Der Landkreis Kulmbach zeigt mit seinem Engagement für Elektromobilität, dass auch in ländlichen Regionen eine zukunftsorientierte Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden kann. Der Weg ist steinig, aber die Richtung stimmt – für eine nachhaltige Mobilität in Bayern.