Die Kemptener Grünen haben am vergangenen Wochenende einen Neujahrsempfang veranstaltet, der ganz im Zeichen der nachhaltigen Stadtentwicklung stand. Unter dem Motto „Kempten könnte Paris sein“ versammelten sich rund 150 Interessierte im Margaretha- und Josephinen-Stift. Die Hauptrednerin des Abends war Katja Diehl, eine Mobilitätsexpertin und Bestsellerautorin, die bereits mit dem Deutschen Mobilitätspreis ausgezeichnet wurde. Sie berät Ministerien in Deutschland und Österreich und hat in ihrem Vortrag die beeindruckenden Fortschritte hervorgehoben, die Paris in den letzten Jahren in Bezug auf die Sicherheit von Rad- und Fußwegen sowie die Begrünung von Quartieren erzielt hat. Für weitere Informationen zu diesem Event können Sie den Artikel auf der Allgäuer Zeitung nachlesen.
Die Diskussion über nachhaltige Stadtentwicklung wird nicht nur in Kempten, sondern auch auf nationaler Ebene immer drängender. Am 16. August 2024 tritt ein neues Straßenverkehrsgesetz in Deutschland in Kraft, das eine Modernisierung des Straßenverkehrsrechts nach Jahrzehnten der Fokussierung auf den Autoverkehr darstellt. Damit werden Verkehrssicherheit, Umweltschutz und attraktive Straßengestaltung aufgewertet. Die neuen Regelungen ermöglichen es Kommunen, sicherere Straßenmaßnahmen einfacher umzusetzen, indem sie sich auf Fuß-, Rad- und öffentlichen Nahverkehr konzentrieren. Das Ziel ist es, im Bereich der Verkehrspolitik zu europäischen Vorreitern wie Kopenhagen, Paris und London aufzuschließen. Ein Beispiel für die Dringlichkeit dieser Maßnahmen ist die erschreckende Zahl von durchschnittlich acht Verkehrstoten pro Tag in Deutschland im Jahr 2023.
Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit im Fokus
Mit der Neuausrichtung des Straßenverkehrsrechts wird ein klarer Fokus auf die Sicherheit im Verkehr gelegt, insbesondere zum Schutz der Schulwege von Kindern. Die Grünen im Bundestag streben die Verankerung der „Vision Zero“ im Verkehrsrecht an, um die Zahl der Verkehrstoten auf null zu reduzieren. Diese Initiativen stehen im Einklang mit der übergeordneten Zielsetzung Deutschlands, klimaschädliche Emissionen zu senken und gleichzeitig die Lebensqualität in Städten und Regionen zu erhöhen.
Die Bundesregierung hat die Transformationsinitiative Stadt-Land-Zukunft ins Leben gerufen, um Forschungsförderung für nachhaltige Entwicklungen in urbanen Räumen zu unterstützen. Diese Initiative bündelt Forschungsaktivitäten und fördert soziale sowie technologische Innovationen, die auf die Bedürfnisse der Bürger ausgerichtet sind. Das Ziel ist eine harmonische Verbindung von Klimaschutz, Nachhaltigkeit, wirtschaftlichen Innovationen und elementaren Bedürfnissen wie bezahlbarem Wohnen und Mobilität. Mehr Informationen zu den Projekten und Initiativen finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Abschließend lässt sich sagen, dass die Entwicklungen in Kempten, unterstützt durch nationale Initiativen, auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Stadtentwicklung hinarbeiten. Die Verbindung von Forschung, Bürgerbeteiligung und innovativen Lösungen wird entscheidend sein, um die Lebensqualität in Städten zu verbessern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen. Kempten hat das Potenzial, als Modellstadt für andere Kommunen zu fungieren, die ähnliche Wege beschreiten möchten.