Das Aus für Kelheim Fibres: Am 31. März 2026 endet der Geschäftsbetrieb des traditionsreichen Unternehmens in der Stadt Kelheim. Diese Entscheidung wurde bereits Ende Januar 2023 bekannt gegeben und ist das direkte Resultat eines gescheiterten Sanierungsprozesses sowie eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Der Druck auf energieintensive Betriebe bleibt hoch, was sich in diesem Fall deutlich zeigt. Die bayerische Staatsregierung hat die Schließung als einen schweren Schlag für die Region bezeichnet, in der Kelheim Fibres seit 1936 ansässig ist und einen bedeutenden Teil der lokalen Wirtschaft prägt.MS Aktuell berichtet, dass der führende Hersteller von Viskose-Spezialfasern jährlich etwa 35.000 Tonnen produziert und rund 350 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein gescheiterter Investorenprozess und die anhaltend hohen Rohstoff- und Energiekosten haben maßgeblich zur finanziellen Schieflage des Unternehmens beigetragen. Der Verlust eines Großkunden, dessen Aufträge ausgeblieben sind, führte schließlich zu dem Entschluss, den Betrieb einzustellen. Im November 2025 wurde bekannt, dass der Transaktionsprozess ohne Ergebnis blieb, was die Hoffnungen auf eine mögliche Rettung zunichte machte. Zuvor gab es sogar ein kurzweiliges Interesse eines strategischen Investors, der jedoch kurzfristig absprang.BR.de ergänzt, dass alle realistischen Fortführungsoptionen geprüft, aber ohne notwendige Zusagen eines Schlüsselkunden wurden.

Folgen für die Mitarbeiter

Leider erhalten rund 400 Mitarbeiter Kündigungen, was eine enorme Belastung für die Beschäftigten darstellt. Um eine geordnete Abwicklung zu gewährleisten, wurde ein Sozialplan erstellt und eine Transfergesellschaft mit dem Betriebsrat vereinbart. Für die Auszubildenden gibt es allerdings Anschlusslösungen: Chemikanten im ersten und zweiten Lehrjahr können ihre Ausbildung bei BAYERNOIL fortsetzen, während Auszubildende im dritten Lehrjahr ihren Abschluss bei Kelheim Fibres machen dürfen. Es wurde zugesichert, dass die Auszubildenden bis Ende August 2026 weiter beschäftigt werden.MS Aktuell stellt klar, dass der Fokus nun auf der Unterstützung der Mitarbeitenden liegt.

Die Schließung von Kelheim Fibres ist mehr als nur das Ende eines Unternehmens; sie steht symbolisch für die massiven Herausforderungen, mit denen die energieintensive Industrie kämpft. Die Lage verdeutlicht, wie eng wirtschaftliche Überlebensfähigkeit mit der Unterstützung durch strategische Partner verknüpft ist. Gerade in Zeiten von hohen Energiekosten und Lieferengpässen ist es für viele Betriebe nicht leicht, am Markt zu bestehen, und die Hoffnung auf ein positiveres wirtschaftliches Klima bleibt bei vielen flüchtig.