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Die Faschingszeit bringt in Kelheim eine ganz besondere Tradition mit sich: den Schäfflertanz. Die aktuelle Saison neigt sich dem Ende zu, und die letzten Auftritte finden am 21. Februar statt. Besonders spannend sind die bevorstehenden Veranstaltungen an Rosenmontag, dem 16. Februar, und Faschingsdienstag, dem 17. Februar, an denen die Schäffler durch die Stadt ziehen und ihre kunstvollen Tänze aufführen.

Die Auftritte am Rosenmontag beginnen um 9:00 Uhr in der Riedenburger Str. 20 und ziehen sich über den Ludwigsplatz bis hin zur Sportheim Kelheimwinzer, wo die Schäffler um 17:00 Uhr ihren letzten Tanz des Tages präsentieren. Auch am Faschingsdienstag gibt es zahlreiche Stationen, die die Tänzer ansteuern – von der Emil-Ott-Straße bis zum Gasthof Stockhammer, wo das große Finale um 17:00 Uhr stattfinden wird. Eine detaillierte Liste der Auftrittsorte finden Sie in der Quelle.

Der Schäfflertanz – Eine bayerische Tradition

Der Schäfflertanz hat seine Wurzeln in München, wo er angeblich erstmals 1517 zur Zeit einer Pestepidemie aufgeführt wurde, um die Bevölkerung zu beruhigen. Historische Belege für diese Pestepidemie fehlen jedoch, was die Legende eher fragwürdig erscheinen lässt. Fakt ist, dass der Tanz 1702 erstmals in den städtischen Archiven erwähnt wird. Seit 1760 wird der Schäfflertanz alle sieben Jahre zur Faschingszeit aufgeführt, wobei die nächste große Aufführung in München für 2026 geplant ist. Rund 400 Auftritte in ganz Bayern sind dafür vorgesehen, wie in der Quelle berichtet wird.

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Die Tänzer tragen eine spezielle Tracht, die aus weißen Kniestrümpfen, schwarzen Kniebundhosen, roten Jacken und Lederschürzen besteht. Ein auffälliges Merkmal ist der „Pestband“, der an die alte Legende erinnert. Ursprünglich war der Tanz nur unverheirateten Schäfflergesellen vorbehalten, seit den 1960er-Jahren dürfen jedoch auch verheiratete Männer und solche aus anderen Berufen daran teilnehmen. Besonders interessant ist die Rolle des Reifenschwingers, der während der Aufführung eine Ansprache hält und dabei ein Schnapsglas balanceiert.

Die Verbreitung des Brauchs

Der Brauch des Schäfflertanzes verbreitete sich ab 1830 durch wandernde Schäfflergesellen und ist heute in vielen Orten im altbayerischen Raum sowie in Bayerisch-Schwaben üblich. Neben den Tänzern gibt es verschiedene Rollen wie Vortänzer, Fassschlager und Spaßmacher, die zum besonderen Flair des Tanzes beitragen. Die Abfolge der Tanzfiguren ist festgelegt und umfasst unter anderem Einmarsch, Schlange, Laube und Ausmarsch, wobei jede Figur von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Besondere Auftritte fanden in der Vergangenheit zu Anlässen wie den Olympischen Sommerspielen 1972 oder dem 500. Jahrestag des legendären Ursprungs im Jahr 2017 statt. Auch heute treten die Münchner Schäffler regelmäßig bei Veranstaltungen wie dem Oktoberfest auf. Der Schäfflertanz ist somit nicht nur ein Zeichen regionaler Identität, sondern auch ein lebendiges Stück bayerischer Kulturgeschichte, das sich über Jahrhunderte hinweg erhalten hat und weiterentwickelt.