Heute ist der 31.03.2026. Ein bedeutendes Kapitel für die Industrie in Kelheim schließt sich: Kelheim Fibres beendet seinen Geschäftsbetrieb zum heutigen Datum. Die Entscheidung, die bereits Ende Januar 2023 bekanntgegeben wurde, markiert das Ende eines gescheiterten Sanierungsprozesses und eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Trotz der Prüfung verschiedener Fortführungsoptionen konnte das Unternehmen keine erforderlichen Zusagen erhalten, was letztlich zur Schließung führte. Insbesondere die fehlende Zustimmung eines Schlüsselkunden wurde als wesentlicher Grund für das endgültige Aus genannt.
Kelheim Fibres, seit 1936 am Standort Kelheim tätig und ein führender Hersteller von Viskose-Spezialfasern, beschäftigt rund 350 Mitarbeiter und produziert jährlich etwa 35.000 Tonnen Fasern. Diese Produkte finden Verwendung in Hygieneartikeln und Spezialpapieren, wie Tampons, feuchten Tüchern und Teebeuteln. Die Schließung wird als Beispiel für den enormen Druck betrachtet, dem energieintensive Industrieunternehmen ausgesetzt sind. Die bayerische Staatsregierung hat die Entwicklung als schweren Schlag für die Region bezeichnet.
Herausforderungen und Perspektiven
Die insolvente Firma kämpfte nicht nur mit internen Herausforderungen, sondern sah sich auch externen Faktoren gegenüber, die zur finanziellen Schieflage führten. Hohe Rohstoff- und Energiekosten trugen wesentlich zur Krise bei. Zudem blieben Aufträge eines Großkunden aus, was die Situation weiter verschärfte. Kurz vor Weihnachten gab es zwar Hoffnung durch das Interesse eines strategischen Investors, doch dieser sprang kurzfristig ab, was den vorherigen Verkaufsversuch, der ebenfalls gescheitert war, noch verstärkte.
Insgesamt werden rund 400 Mitarbeiter von Kündigungen betroffen sein. Um den betroffenen Beschäftigten entgegenzukommen, wurde ein Sozialplan sowie eine Transfergesellschaft mit dem Betriebsrat vereinbart. Kelheim Fibres prüfte alle realistischen Optionen zur Fortführung, doch die fehlenden Zusagen, einschließlich der Zustimmung eines wesentlichen Kunden, machten eine wirtschaftliche Fortführung unmöglich. Der Fokus liegt nun auf einer geordneten Abwicklung und der Unterstützung der Mitarbeitenden.
Ausbildung und Zukunftsperspektiven
Für die Auszubildenden des Unternehmens wurden Anschlusslösungen angeboten. Die Weiterbeschäftigungszusage gilt bis Ende August 2026. Chemikanten im ersten und zweiten Lehrjahr haben die Möglichkeit, ihre Ausbildung ab dem 1. September 2026 bei BAYERNOIL fortzusetzen, während Auszubildende im dritten Lehrjahr ihren Abschluss bei Kelheim Fibres machen können. Diese Maßnahmen zeigen, dass trotz der schwierigen Umstände versucht wird, den Betroffenen Perspektiven zu bieten.
Die Schließung von Kelheim Fibres verdeutlicht die Herausforderungen, die in der Industrie, insbesondere in energieintensiven Branchen, bestehen. Die Entwicklungen hier sind nicht nur lokal von Bedeutung, sondern spiegeln auch die gesamtwirtschaftlichen Schwierigkeiten wider, mit denen viele Unternehmen in Deutschland konfrontiert sind. Die Abhängigkeit von stabilen Rohstoffpreisen und der Zugang zu verlässlichen Kundenbeziehungen sind Themen, die in der heutigen Zeit entscheidend sind.
Für weitere Informationen zur Schließung von Kelheim Fibres und den damit verbundenen Entwicklungen, besuchen Sie bitte die ursprüngliche Quelle sowie die Zusatzinformationen.



