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In Kelheim steht die Wirtschaft vor einer herausfordernden Zeit. Das Unternehmen Kelheim Fibres, ein Spezialist in der Faserproduktion mit etwa 400 Mitarbeitern, hat am 24. November 2025 bekannt gegeben, dass der Verkauf an den Finanzinvestor LEO III Fonds ins Wasser gefallen ist. Dieser Rückschlag könnte das endgültige Aus für das Unternehmen zum Jahresende bedeuten, denn es wurde bereits Insolvenz angemeldet. BR berichtet, dass eine finanzielle Unterstützung durch den Investor an verbindliche Bestellungen für 2026 gebunden war, die jedoch nicht erreicht werden konnten. Dies hat das Unternehmen in eine kritische Lage versetzt.

Die Situation betrifft nicht nur die Stammbelegschaft von Kelheim Fibres. Insgesamt könnten mehrere Dutzend Arbeitsplätze verloren gehen, darunter auch Positionen von Leiharbeitern und Mitarbeitern anderer Firmen, die am Standort tätig sind. Unter den etwa 450 Beschäftigten sind auch 60 Auszubildende. Die Geschäftsführung ist derzeit nicht erreichbar, aber das Unternehmen versucht, die Produktion in kleinerem Rahmen weiterzuführen, sofern kurzfristig ausreichend Bestellungen eingehen. Ziel ist eine „geordnete Ausproduktion“, um den Mitarbeitenden eine Perspektive zu bieten und die wirtschaftlichen Folgen abzumildern.

Besorgte Reaktionen und Unterstützungsmaßnahmen

Bürgermeister Christian Schweiger äußerte sich besorgt über den aktuellen Stand und bezeichnete die Entwicklungen als Rückschlag für die Mitarbeiter und die gesamte Region. Die Stadt Kelheim hatte das Unternehmen zuvor mit dem Kauf eines Grundstücks unterstützt, um Arbeitsplätze in der Region zu sichern. Doch hohe Energiekosten, steigende Rohstoffpreise und Preisdruck durch asiatische Konkurrenten haben zu der prekären Situation geführt, in der sich Kelheim Fibres momentan befindet.

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Die Mitarbeiter wurden bereits über die Situation informiert und das Unternehmen betont, dass es bereit ist, Unterstützung beim Übergang in neue Perspektiven anzubieten. Gespräche mit der Bayerischen Staatskanzlei und dem Wirtschaftsministerium wurden aufgenommen, um mögliche Hilfen zu erbitten. Die Hoffnung wird auf kurzfristige finale Zusagen der Kunden gelegt, die für die Fortführung des Betriebs über den Jahreswechsel hinaus entscheidend sein könnten.

Insolvenzen in Deutschland – ein aktueller Blick

Kelheim Fibres ist nicht das einzige Unternehmen, das in diesen turbulenten Zeiten um seine Existenz kämpft. Die Insolvenzlandschaft in Deutschland hat sich im Jahr 2023 verschärft, mit insgesamt etwa 110.200 Insolvenzen. Auch wenn dies 31.000 weniger als im Jahr 2013 sind, steigen vor allem die Unternehmensinsolvenzen, wie Statista berichtet. Im laufenden Jahr haben 17.814 Firmen Insolvenz angemeldet, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg darstellt.

Die Sorgen über die wirtschaftlichen Entwicklungen machen auch vor unserer Region nicht halt. Es bleibt abzuwarten, ob Kelheim Fibres eine Lösung finden kann, um die Produktion fortzusetzen und die Arbeitsplätze zu retten. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, ob das Unternehmen sich aus dieser misslichen Lage befreien kann oder ob es endgültig die Lichter ausmachen muss.