In Kelheim herrschte am 19. Januar 2026 feierliche Stimmung, denn die Arbeitsgemeinschaft Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AG ELF) der CSU im Landkreis feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Der Vorsitzende Franz Högl stellte in seiner Ansprache die zentrale Rolle der Landwirtschaft für die regionale Wirtschaft und die Versorgungssicherheit heraus. „Die Landwirtschaft ist das Herzstück unseres ländlichen Raumes und spielt eine unbestreitbare Rolle in der Wertschöpfung“, so Högl.

Högl verwies außerdem auf die aktuellen Thesen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), die sich mit der nachhaltigen Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft beschäftigen. In Bayern stellen rund 60.000 landwirtschaftliche Familienbetriebe einen Großteil der Tierhaltung, die als ökonomisches Rückgrat und Stabilitätsfaktor für die ländlichen Gebiete gilt. Ernest Schäffer, der Landesgeschäftsführer des Landeskuratoriums der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV), erschien ebenfalls und hielt einen Vortrag, in dem er die Dringlichkeit von Planungssicherheit und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen für Investitionen in Stallanlagen betonte.

Wertschätzung regionaler Produkte

Besonders wichtig sei die Wertschätzung regionaler Lebensmittel, die sich durch ihre hohe Qualität auszeichnen. „Die Betriebe müssen stark genug sein, um den Herausforderungen von Kapitalbedarf und Preisdruck zu begegnen“, meldete Schäffer. Ein Blick auf die bayerischen Besonderheiten: Im Landkreis Kelheim gedeihen etwa Spargel und Hopfen prächtig. Der Abensberger Spargel wird entweder direkt ab Hof verkauft oder findet seinen Weg in die örtliche Gastronomie. Dies zeigt eindrucksvoll, wie regionale Produkte nicht nur eine kulinarische Bereicherung, sondern auch einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag leisten.

Als Ehrengäste der Feierlichkeiten traten unter anderem die stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag, Petra Högl, sowie die Bayerische Weizenkönigin Andrea Necker und die Abensberger Spargelkönigin Nora Aunkofer auf. Diese Persönlichkeiten unterstrichen die ökonomische Bedeutung der Land- und Ernährungswirtschaft, die im Vor- und Nachgelagerten rund 165 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. Beeindruckende 900.000 Menschen finden dort einen Arbeitsplatz.

Entwicklungen in der Landwirtschaft

Die gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten merklich gewandelt. Laut Statista ist der Wertschöpfungsanteil der Landwirtschaft in Deutschland von etwa 50% vor dem industriellen Aufschwung auf heute rund 1% gesunken. Zudem gibt es einen klaren Strukturwandel in der Branche: Immer weniger Betriebe haben immer größere Flächen. Der Trend zur Mechanisierung und die damit verbundenen Produktivitätsgewinne haben dazu geführt, dass ein Landwirt heute 147 Personen ernährt – ein echter Sprung im Vergleich zu 1949, als es noch lediglich 10 waren.

Gleichzeitig ist Deutschland bei Obst und Gemüse auf Importe angewiesen, was den Selbstversorgungsgrad bei unter 50% hält. Dennoch gibt es auch Hoffnung: Der ökologische Landbau macht in Deutschland Fortschritte. Zwischen 1997 und 2024 hat sich der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen in Bayern von 2,3% auf etwa 11,4% erhöht. Dies zeigt, dass auch in der Landwirtschaft ein Umdenken stattfindet, um den Herausforderungen des Klimawandels gerecht zu werden.

Franz Högl bedankte sich zum Abschluss bei den Gästen und dem LKV für die Unterstützung der Betriebe. „Bayern bleibt ein Agrar- und Forstland. Wir setzen alles daran, die Landwirtschaft als wichtigsten Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum zu fördern“, betonte er entschlossen und blickte optimistisch in die Zukunft der bayerischen Landwirtschaft.