Am Montagnachmittag, dem 23. Februar 2026, kam es zu einem erheblichen Feuer im Gewerbegebiet von Kaufbeuren-Neugablonz. Die Feuerwehr wurde kurz nach 13 Uhr alarmiert, nachdem in einem Unternehmen ein Brand ausgebrochen war, der eine erhebliche Rauchentwicklung zur Folge hatte. Rund 60 Einsatzkräfte, darunter die Feuerwehr Kaufbeuren sowie Unterstützung von Obergermaringen und Pforzen, waren vor Ort. Der Brand brach im Blockheizkraftwerk des Unternehmens aus und führte zu einem geschätzten Sachschaden im sechsstelligen Bereich. Feuerwehrkommandant Christian Martin berichtete, dass das Feuer gegen 14 Uhr gelöscht werden konnte, doch die umfangreichen Nachlöscharbeiten und die Entrauchung des betroffenen Gebäudes sowie einer angrenzenden Produktionshalle sind weiterhin im Gange.

Sechs Personen mussten wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung untersucht werden, wobei zwei von ihnen ins Klinikum Kaufbeuren gebracht wurden. Die Einsatzkräfte sind nach wie vor damit beschäftigt, Glutnester abzulöschen, Kontrollmaßnahmen durchzuführen und Aufräumarbeiten zu leisten. Der Einsatz wird voraussichtlich gegen 15 Uhr beendet sein. Der Grund für den Brand ist derzeit unklar, und die Ermittlungen dazu laufen.

Rauchgasvergiftung: Eine unterschätzte Gefahr

Die Situation in Kaufbeuren wirft ein Licht auf die ernsthafte Bedrohung durch Rauchgasvergiftungen. Diese entstehen durch die Inhalation gesundheitsschädlicher Gase im Brandrauch, wie sie auch bei diesem Vorfall vorkommen können. Laut Informationen über Rauchgasvergiftungen sind die häufigsten Ursachen schlecht ziehende Öfen, defekte Boiler und Auspuffgase in geschlossenen Räumen. Bei Gebäudebränden ist die häufigste Todesursache nicht die Flammeneinwirkung, sondern eben die Rauchgasvergiftung. Die Zusammensetzung von Rauchgas hängt von den brennenden Stoffen und der Verbrennungshitze ab, wobei Hauptbestandteile Reiz- und Giftgase sowie Rußpartikel sind.

Ein besonders gefährliches Gas ist Kohlenmonoxid, das eine hohe Affinität zu Hämoglobin hat und den Sauerstofftransport im Körper erheblich beeinträchtigen kann. Konzentrationen über 10 % in der Luft können innerhalb von Minuten zum Tod führen. Auch Cyanid ist eine ernstzunehmende Gefahr, da es schnell resorbiert wird und in hohen Konzentrationen ebenfalls binnen Minuten tödlich sein kann. Die toxischen Wirkungen von Cyanid und Kohlenmonoxid sind additiv, was die Risiken bei Bränden weiter erhöht.

Erste Hilfe und Behandlung

Die Anzeichen einer Rauchgasvergiftung sind vielfältig und reichen von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung. Bei Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung sollten nur ausgebildete Personen unter Atemschutz die Unglücksstelle betreten. Wichtig ist, dass bei bewusstlosen Personen ohne Lebenszeichen sofort Reanimationsmaßnahmen eingeleitet werden. Sauerstoffapplikation ist bei Patienten mit Beschwerden an frischer Luft indiziert, und Hydroxycobalamin wird als Cyanidantidot empfohlen.

Die Gefahren von Rauchgasvergiftungen sollten nicht unterschätzt werden. Bei jedem Feuer entstehen Brandfolgeprodukte, die ernsthafte gesundheitliche Schäden verursachen können. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit Feuer, regelmäßige Wartung von Heizungen und ein Bewusstsein für die Gefahren von Rauchgas sind essenziell, um solche Vorfälle zu verhindern. Informationen über die Gefahren von Rauchgas und entsprechende Präventionsmaßnahmen finden sich auch auf Brand-Feuer.de.