Am 1. März 2026 fand im Grünen Wohnzimmer in Kaufbeuren eine bedeutende Veranstaltung zum Thema Bildung statt. Oberbürgermeisterkandidat Oliver Schill diskutierte mit Schulleitern und engagierten Bürgern über die Bildungszukunft in der Region. Ein zentraler Punkt der Diskussion war der ab dem Schuljahr 2026/2027 geltende Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder. Schill betonte, dass dieser Anspruch nicht nur eine Betreuungsverpflichtung sein soll, sondern eine Chance für qualitativ hochwertige Bildungsangebote.

Das Ziel ist es, dass die Ganztagsbetreuung pädagogisch hochwertig und verlässlich organisiert wird und eng mit dem gesellschaftlichen Leben vernetzt ist. Um dies zu erreichen, plant Schill die Einführung des „Bildungspakt Kaufbeuren“, der die Vernetzung von Kitas, Schulen, Vereinen, Kulturträgern und der Wirtschaft fördern soll. Integration von Sport, Musik und Kultur in den Ganztag sind weitere Forderungen von Schill, um den Kindern eine umfassende Bildung zu ermöglichen.

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter wurde am 12. Oktober 2021 durch das „Gesetz zur ganztägigen Förderung von Kindern im Grundschulalter“ (Ganztagsförderungsgesetz – GaFöG) eingeführt. Dieses Gesetz legt fest, dass jedes Kind von der ersten bis zur vierten Klasse in der Grundschule Anspruch auf ganztägige Förderung in einer Tageseinrichtung hat. Ab dem Schuljahr 2026/2027 wird dieser Anspruch stufenweise eingeführt, beginnend in der ersten Klassenstufe, und umfasst ein Betreuungsangebot von bis zu acht Stunden an allen fünf Werktagen in der Woche. Zudem gilt dieser Anspruch auch während der Schulferien, mit einer maximalen Schließzeit von vier Wochen, die durch das Landesrecht geregelt werden kann (Quelle).

Schill erwähnt auch die Notwendigkeit, neue Wohngebiete mit ausreichend Kita- und Schulplätzen zu planen, was von Arthur Müller unterstrichen wird. Digitalisierung wird als weiterer Schwerpunkt hervorgehoben: Die Schulen sollen modern ausgestattet werden, um den Kindern ein Lernen in der digitalen Welt zu ermöglichen. Schill plant ein flächendeckendes WLAN sowie zeitgemäße Endgeräte und IT-Support, damit die Kinder nicht nur Konsumenten, sondern aktive Gestalter der digitalen Zukunft werden können.

Ein umfassender Bildungsansatz

Die Einführung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung zielt darauf ab, die Betreuungslücke nach der Kita bei der Einschulung zu schließen. Der Anspruch ist keine Pflicht, sodass Eltern das Angebot nach eigenem Ermessen nutzen können. Dieser Rechtsanspruch wird bis zum Schuljahr 2029/30 jährlich um eine Klassenstufe ausgeweitet, sodass letztlich alle Grundschüler in den Genuss ganztägiger Betreuung kommen können (Quelle).

Um den Ausbau der Ganztagsbetreuungsplätze zu unterstützen, stellt der Bund insgesamt 3,5 Milliarden Euro für die kommunale Bildungsinfrastruktur bereit. Diese Mittel können für Neubau, Umbau, Erweiterung und Ausstattung von Einrichtungen verwendet werden. Die Betriebskosten der Ganztagsbetreuung liegen in der Finanzierungsverantwortung der Länder, die stufenweise ab 2026 entlastet werden durch geänderte Umsatzsteueranteile. Diese Maßnahmen zeigen das Engagement und die Ideen in Kaufbeuren für eine starke Bildungsregion, die bereit ist, die Herausforderungen der Zukunft anzugehen und den Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung zu bieten.