Ingolstadt, die Stadt der vielen Gesichter, wird im März 2026 Zeuge einer interessanten Verwertungsaktion im ehemaligen Galeria Kaufhof. Die Leicht & Co. GmbH aus Burscheid hat sich bereit erklärt, die gesamte Geschäftsausstattung des Kaufhauses zu verkaufen. Diese Maßnahme ist Teil einer umfassenden Vorbereitung, um das Gebäude bis Ende April 2026 für eine neue Nutzung herzurichten. Der gesamte Verkaufsprozess findet an drei Tagen statt: am 11., 12. und 13. März, jeweils von 10:00 bis 17:30 Uhr. Die gesamte Fläche des Kaufhauses umfasst stolze 15.000 Quadratmeter und die Aktion richtet sich besonders an Schnäppchenjäger, die nach hochwertigen Möbelstücken suchen.
Die Angebote umfassen eine Vielzahl von Möbelstücken, darunter Textilständer, Wühltische, Stufentische, Pyramiden, Gondeln, Schmuckvitrinen und Schuhständer. Jedes dieser Möbelstücke wird für lediglich 20 Euro angeboten, wobei die 19 % Mehrwertsteuer bereits enthalten ist. Ausgenommen von dieser Aktion sind jedoch bestimmte Artikel wie Küchen, Spinde, Büroeinrichtungen und ähnliche Gegenstände, die separat im Internet verkauft werden. Die sorgfältige Sichtung, Sortierung und Bewertung des Inventars fand in den vergangenen Wochen statt, um eine reibungslose Verkaufsabwicklung zu gewährleisten. Weitere Details zu diesem spannenden Event können in einem Artikel der Augsburger Allgemeinen nachgelesen werden.
Ein Blick in die Geschichte des Galeria Kaufhof
Das Galeria Kaufhof hat eine lange Geschichte, die bis ins Jahr 1952 zurückreicht, als es unter dem Namen „Merkur“ eröffnet wurde. In den 1960er Jahren kam die erste Rolltreppe hinzu, und ab 1980 trug das Kaufhaus den Namen Horten, bevor es schließlich von der Kaufhof AG übernommen wurde. Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude mehrfach umgebaut und entwickelte sich zu einem beliebten Anziehungspunkt für die Bewohner der Stadt.
Doch die Herausforderungen für Kaufhäuser in Deutschland sind erheblich. Seit 2020 durchlief die Galeria Karstadt Kaufhof mehrere Insolvenzverfahren und musste über 90 Standorte schließen. Viele dieser geschlossenen Märkte befinden sich in besten Innenstadtlagen und prägen zunehmend das Bild deutscher Städte. Die Umnutzung solcher Gebäude ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, da sie oft unter Denkmalschutz stehen und strenge rechtliche Vorgaben erfüllen müssen. Die Erfolgsquote solcher Projekte variiert stark, besonders in kleineren Kommunen, wo Mixed-Use-Konzepte oft scheitern. Das liegt unter anderem an der durchschnittlichen Zeitspanne von 5 bis 11 Jahren, die zwischen Schließung und Neueröffnung vergehen kann. Weitere Informationen zu den Herausforderungen der Umnutzung von Kaufhäusern finden sich in einem Artikel von Schiffer Immobilien.
Die Zukunft des ehemaligen Kaufhauses
Die bevorstehende Verwertungsaktion im Galeria Kaufhof stellt somit nicht nur eine Möglichkeit für Bürger dar, kostengünstig Möbel zu erwerben, sondern ist auch ein Schritt in Richtung einer Neugestaltung des Kaufhausgebäudes. Das Umnutzungspotenzial solcher Immobilien wird häufig durch das Residualwertverfahren bewertet, wobei die Stadtgröße und die damit verbundenen Mietrenditen eine entscheidende Rolle spielen. Der wirtschaftliche Druck auf Kaufhäuser hat nicht nur Auswirkungen auf die Immobilienpreise, sondern auch auf die soziale Struktur der Innenstädte. Kulturelle Einrichtungen, Bildungseinrichtungen oder großflächiger Einzelhandel könnten mögliche Alternativen für die Nachnutzung darstellen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Umnutzung von Kaufhäusern ein komplexer Prozess ist, der eine sorgfältige Planung und Analyse erfordert. Die bevorstehende Verwertungsaktion im ehemaligen Galeria Kaufhof in Ingolstadt ist daher nicht nur ein lokales Ereignis, sondern spiegelt auch die größeren Herausforderungen wider, mit denen viele deutsche Städte konfrontiert sind.