In Deutschland brodelt es: Die Bundesregierung plant die Wiedereinführung der Wehrpflicht, was bereits jetzt zu heftigen Protesten führt. Am 5. März wird ein bundesweiter Schulstreik stattfinden, um gegen diese Entwicklungen zu demonstrieren. Über 55.000 Schüler:innen haben bereits am 5. Dezember gegen die Wehrpflicht gestreikt, und die Angst vor einer Zwangsmusterung wächst.
Im Fokus der Diskussion stehen die Jahrgänge ab 2008, die betroffen sein sollen. Zunächst ist ein „freiwilliger Wehrdienst“ geplant, jedoch drohen bei unzureichenden Freiwilligen bis 2027 verpflichtende Musterungen. Kritiker bemängeln, dass die Priorisierung von Militär und Aufrüstung über Bildung und soziale Angebote geht. In Ingolstadt sind bereits kulturelle Angebote aufgrund von Haushaltskürzungen gestrichen worden, und Studierende arbeiten an militärischer Technologie an Hochschulen. Dies hat zur Forderung nach einem „Verteidigungs-Campus“ an der Technischen Hochschule Ingolstadt durch die Junge Union und die FDP geführt. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Hintergründen der Proteste.
Proteste und Mobilisierung
Die kommenden Proteste sind nicht nur lokal, sondern auch bundesweit. Am 20. Februar 2026 fand in Hamburg eine große Demonstration gegen den neuen Wehrdienst statt, an der bis zu 1.200 Schülerinnen und Schüler teilnahmen. Die Demo startete am Hauptbahnhof und zog mit Plakaten vor das Rathaus. Adrian Lapidus von der Schüler*innenkammer Hamburg forderte in seiner Rede weitere Proteste und betonte, dass Zwang falsch sei. Seit Mitte Januar fragt das Verteidigungsministerium alle 18-Jährigen, ob sie freiwillig beim Bund dienen wollen. Rund 60.000 18-Jährige in Deutschland haben einen Fragebogen zum Wehrdienst erhalten. Weitere Details zu den Protesten in Hamburg finden Sie hier.
Die Proteste unter dem Motto „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ fanden nicht nur in Hamburg, sondern in rund 90 Städten statt. Das geplante Inkrafttreten des Gesetzes am 1. Januar 2026 sorgt für hitzige Diskussionen. Schülerinnen und Schüler befürchten, dass sie als „Kanonenfutter“ enden könnten, und fordern stattdessen eine stärkere Fokussierung auf Bildung und soziale Gerechtigkeit. Kritiker warnen vor der Überforderung junger Menschen und betonen die Notwendigkeit, dass die politische Debatte um die Wehrpflicht sensibler gestaltet werden muss. Hier erfahren Sie mehr über die aktuelle Debatte im Bundestag.
Der Weg nach vorne
Am 27. Februar wird in Ingolstadt ein Treffen zur Gründung eines Aktionskomitees stattfinden, mit dem Ziel, den Schulstreik zu organisieren und gegen den AfD-Parteitag im Juli zu mobilisieren. Die Forderungen sind klar: Nein zur Wiedereinführung der Wehrpflicht, keine Kriegsertüchtigung an Schulen und Hochschulen, sowie ein Stopp der Aufrüstung zugunsten von Investitionen in Bildung und Gesundheit. Die Zeit drängt, und die Stimmen der Jugendlichen werden immer lauter. Die Gesellschaft steht vor der Herausforderung, eine Balance zwischen Sicherheitsbedürfnissen und den Rechten junger Menschen zu finden.



