In Ingolstadt gibt es eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in Krisen – die Telefonseelsorge. Dort sind etwa 70 Ehrenamtliche tätig, die rund um die Uhr anonymen Unterstützung anbieten. Ein zusätzlicher Ausbildungskurs für Interessierte startet bald, um weiteren engagierten Menschen die Möglichkeit zu bieten, sich in diesem wertvollen Bereich zu engagieren. So berichtet die Augsburger Allgemeine, dass im Jahr 2025 die Ehrenamtlichen etwa 11.500 Seelsorge- und Beratungsgespräche sowie 241 Chats führten. Ein neuer Trend ist die Beratung per E-Mail, die viele zusätzliche Möglichkeiten bietet.
Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage nach solcher Unterstützung deutlich erhöht. Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen in Zeiten wie diesen mit psychischen Problemen, Einsamkeit oder familiären Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Petra, eine Ehrenamtliche, die 2019 die Ausbildung abgeschlossen hat, erklärt, dass sie versucht, den Anrufern neue Perspektiven aufzuzeigen. Sie hört aufmerksam zu und gibt den Ratsuchenden Raum für ihre Sorgen. Anrufer sind oft auf der Suche nach Ansprechpersonen, die vorurteilsfrei zuhören und keine wertenden Kommentare abgeben.
Ehrenamtliches Engagement und die neue Ausbildung
Der nächste kostenlose Ausbildungskurs für ehrenamtliche Telefonseelsorger beginnt im Mai und dauert ein ganzes Jahr. Die Anforderungen an die neuen Ehrenamtlichen sind hoch: Psychische Stabilität, Belastbarkeit und die Fähigkeit, empathisch zuzuhören, sind ausschlaggebend. Auch die Bereitschaft, Nachtdienste und Einsätze an Feiertagen zu übernehmen, ist wichtig. Wie die Webseite der Telefonseelsorge erläutert, können sich Interessierte per E-Mail oder telefonisch anmelden.
Ehrenamtliche berichten häufig von ihren persönlichen Erfahrungen. Sie fühlen sich durch den Kontakt mit Ratsuchenden bereichert, entwickeln ein besseres Verständnis für menschliche Schicksale und erleben, wie andere neue Wege finden und ihre Stärken entdecken. Die Ausbildung bietet nicht nur theoretische Grundlagen, sondern auch wertvolle Praxiserfahrungen durch die Begleitung einer Mentorin.
Die soziale Dimension der Telefonseelsorge
Das Bedürfnis nach Seelsorge wächst, vor allem in einer von Leistungsdruck geprägten Gesellschaft, die oft zu Versagensängsten und Belastungen führt. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Menschen in schwierigen Lebenslagen Kontakt zur Telefonseelsorge aufnehmen. Ehrenamtliche Helfer stehen als anonym verfügbare Zuhörer bereit.
Die Altersspanne der aktiven Ehrenamtlichen reicht von 23 bis 83 Jahren. Ein bemerkenswerter Aspekt ist, dass zwei Drittel der Helfer Frauen sind. Petra, die seit 2020 ehrenamtlich tätig ist, spürt, wie wichtig diese Unterstützung ist und freut sich über die Möglichkeit, Menschen nicht nur zuzuhören, sondern ihnen auch neue Perspektiven zu bieten.
Wenn Sie Interesse haben, Teil dieses wichtigen Netzwerks zu werden, besuchen Sie die Webseite der Telefonseelsorge für weitere Informationen und melden Sie sich an. Auch die Seite bildung-ab-50.de nennt passende Hinweise für alle über 50-Jährigen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Die Telefonseelsorge wächst und braucht genau diese engagierten Menschen.