Im Landkreis Haßberge gibt es derzeit viel Unruhe: Der Kreistag hat die Schließung der Haßberg-Klinik Ebern zum 31. Dezember 2025 beschlossen, eine Entscheidung, die sowohl von der Bevölkerung als auch von Gesundheitsexperten kritisch verfolgt wird. Wie der Wiesentbote berichtet, haben sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger gegen diese schmerzhafte Entscheidung gewährt, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Die Ablehnung zeigte sich in Form von Petitionen und Veranstaltungen, doch die Stimmen fanden nur wenig Gehör.
Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ ist mittlerweile aktiv geworden und hat eine Umfrage gestartet, um die Meinung der Bevölkerung zur Schließung der Klinik zu erfassen. Diese Umfrage ist über einen spezifischen Umfrage-Link sowie auf der Homepage der Aktionsgruppe zugänglich. Laut der Ebern Magazin sind die Zwischenergebnisse der Umfrage tagesaktuell einsehbar und können einen Einblick in die Stimmung der Bürger geben.
Wachsende Sorgen um die Gesundheitsversorgung
Die Schließung der Haßberg-Klinik bringt auch eine Reihe von Bedenken hinsichtlich der Notfallversorgung mit sich. Laut dem BR sind die hohen Betriebskosten und die Inflation zusätzliche Belastungen für viele Kliniken in Bayern. Besondere Besorgnis herrscht, da acht von zehn bayerischen Krankenhäusern in diesem Jahr mit finanziellen Verlusten rechnen. Dies wirft die Frage auf, wie es weitergeht mit der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen.
Markus Pannermayr, Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, mahnt zur notwendigen Umstrukturierung der Kliniklandschaft und fordert Gesundheitsministerin Judith Gerlach auf, aktiv zu planen, anstatt reaktiv bei Klinikschließungen zu handeln. In dieser kritischen Situation wird auch von den Freien Wählern die zögerliche Krankenhausplanung in Bayern scharf kritisiert. Susann Enders (FW) warnt ausdrücklich vor einer drohenden Unterversorgung in den ländlichen Gebieten und ruft dazu auf, unkontrollierte Klinikschließungen zu verhindern.
Ministerin Gerlach hat zwar ein Gutachten zur Versorgungslage in Bayern in Auftrag gegeben, welches Über- und Unterversorgung identifizieren soll, dennoch bleibt die Frage, ob diese Maßnahmen rechtzeitig kommen. Die Bevölkerung schaut erwartungsvoll auf die Entwicklungen und hofft, dass ein tragfähiger Plan zur Sicherstellung der Gesundheitsversorgung auf diesem unsicheren Terrain erarbeitet wird.
Die Umfrage der Aktionsgruppe könnte dabei zur Meinungsbildung beitragen und wichtige Einblicke geben, was die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich denken und erwarten. An dieser Stelle ist die Teilnahme an der Umfrage umso wichtiger, um die eigenen Sorgen und Wünsche einzubringen.