In der fränkischen Kulturlandschaft haben Streuobstwiesen einen ganz besonderen Stellenwert. Die bunten Areale mit ihren hochstämmigen Obstbäumen sind nicht nur ein ökologische Schatz, sondern bieten auch Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Doch der Rückgang der Streuobstbestände beobachtet werden musste, treibt die Verantwortlichen zur Sorge. Dieser Herausforderung begegnen nun sieben frisch zertifizierte Obstbaumpfleger aus dem Landkreis Haßberge, die sich einem einjährigen Ausbildungsprogramm unterzogen haben. Mainfranken News berichtet, dass die Ausbildung vom Verband der Kreisfachberatungen für Gartenbau und Landespflege in Unterfranken durchgeführt wurde.

Die Schulung war umfangreich und umfasste praktische Fertigkeiten wie Kronenerziehung, sowie theoretisches Wissen über Streuobstanbau, Obstsortenkunde, Veredelung, Obstverwertung, Pomologie und Betriebswirtschaft. Die Asia von 30 Teilnehmern aus sieben unterfränkischen Landkreisen bewältigte die Herausforderungen und stellte damit die künftige Pflege dieser wichtigen Obstbaumkulturen sicher.

Obstbaumpfleger für die Zukunft

Nach erfolgreich absolvierten Prüfungen stehen die neuen Obstbaumpfleger nun bereit, um sowohl öffentliche als auch private Aufträge im Bereich der Obstbaum-Pflege zu übernehmen. „Es ist wichtig, die Obsthöfe zu erhalten und den sorgsamen Umgang mit diesen wertvollen Biotopen zu fördern“, erklärt Guntram Ulsamer, Kreisfachberater und einer der verantwortlichen Ausbilder.

Die Pflege von Streuobstwiesen ist nicht nur für die Obsterzeugung wichtig, sondern auch für den Erhalt der Biodiversität. Diese Flächen bieten Schutz vor Bodenerosion und helfen, extreme Temperaturen abzumildern. Auch die Tradition dieser Wiesen, die bereits seit den 1920er-Jahren einen Rückgang erleben, macht eine nachhaltige Ausbildung der Pflegekräfte unerlässlich. Laut Wikipedia sind Streuobstwiesen seit 2022 durch das Bundesnaturschutzgesetz als gesetzlich geschützte Biotope klassifiziert.

Eine kreative Gestaltung der Umweltbildung

Ein wichtiger Aspekt der neuen Aufgabe für die zertifizierten Obstbaumpfleger wird die Umweltbildung sein. Sie sollen Vorträge halten, Schnittkurse anbieten und Schulungen in verschiedenen Vereinen durchführen. Diese Bildungsmaßnahmen fördern nicht nur das Bewusstsein für die Bedeutung von Streuobstwiesen, sondern auch den direkten Umgang mit den Naturressourcen. Innovative Konzepte wie das „Grüne Klassenzimmer“ bieten interessante Möglichkeiten, um Schüler und Erwachsene für das Thema zu sensibilisieren. Das Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen setzt sich aktiv für die Bildung rund um das Ökosystem Streuobstwiese ein und verfolgt die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung.

Die neuen Fachkräfte haben nicht nur ihr Wissen über diese bedeutenden Kulturlandschaften vertieft, sondern bringen auch frischen Wind in die Region. Sie sind nun Teil der Lösung für die Herausforderungen, die damit verbunden sind, dass diese Flächen immer weniger gepflegt werden. Es bleibt zu hoffen, dass ihre Leidenschaft und ihr Engagement dazu beitragen werden, die Obstbaumbestände für künftige Generationen zu bewahren.