Im malerischen Sailershäuser Wald in den Haßbergen wurde kürzlich eine innovative Wildzählung durchgeführt, die auf modernste Technik setzt. Unter der Leitung von Daniel Kraus, dem Betriebsleiter des Universitätsforstamtes Sailershausen, kamen Drohnen zum Einsatz, um die Tierpopulationen in einem Gebiet von knapp 23 Quadratkilometern zu erfassen. Die Drohnen flogen über drei Tage hinweg über das Waldgebiet, um Daten über die Tierzahlen und deren Bedeutung zu sammeln. Diese Maßnahme ist Teil eines größeren Projekts, das die Wildtierbestände präzise erfassen und analysieren soll, was für das Verständnis der Ökosysteme von großer Bedeutung ist. Weitere Details zu diesem spannenden Projekt finden Sie in dem Artikel auf np-coburg.de.
Die Vorplanung für ein solches Projekt ist jedoch nicht ohne Herausforderungen. Bevor die Drohnen in die Luft geschickt werden, sind umfangreiche rechtliche und topographische Prüfungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die Bedingungen für die Befliegung optimal sind. Dazu gehört auch die Festlegung des besten Zeitpunkts für die Erhebung der Daten, beispielsweise wenn die Laubwaldbestände laublos sind, um die Sicht zu verbessern. Auch die Witterung spielt eine entscheidende Rolle; prognostizierte Wetterbedingungen werden kurz vor der Befliegung überwacht, um unvorteilhafte Flugbedingungen wie starken Wind oder hohe Luftfeuchtigkeit zu vermeiden. Diese präventiven Maßnahmen sind wichtig, um die Genauigkeit der erfassten Daten zu gewährleisten.
Technik und Durchführung der Wildzählung
Die Befliegung erfolgt in einer Höhe von etwa 100 Metern über dem Boden, wobei die Drohnen in s-förmigen Bahnen fliegen. Dies sorgt für eine Überlappung der Flugbahnen, die für die Datenerfassung wichtig ist. Der Wärmebildsensor der DJI M30T hat bei dieser Flughöhe eine Erfassungsbreite von rund 70 Metern. Die präzise Ausrichtung der Kamera ermöglicht es, Wärmesignale im Live-Bild zu detektieren und gegebenenfalls zur Identifikation auf die Zoom-Kamera umzuschalten. Auf diese Weise können verschiedene Wildarten, wie Schalenwild oder Raubwild, identifiziert werden.
Die Identifikation der Tiere kann allerdings durch dichte Baumkronen erschwert werden. Daher wird die Position der Drohnen angepasst, um die Sicht zu verbessern. Nach der Identifikation erfolgt eine fotografische Aufnahme, die mit den genauen Koordinaten des Erfassungsortes versehen wird. Die erfassten Wildtiere werden digital mit „Pin-Points“ markiert, was die spätere Auswertung der Daten erleichtert. Diese Daten werden dann mit selbst programmierten Software-Tools analysiert, die unter anderem Heatmap-Karten zur Visualisierung der Wildtierverteilung generieren.
Bedeutung der Wildzählung
Die Genauigkeit der Wilddichte hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Jahreszeit, das Gebiet und die Wildart. Die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für die Wissenschaft von Bedeutung, sondern auch für die Forstwirtschaft und den Naturschutz. Ein besseres Verständnis der Wildtierpopulationen kann dazu beitragen, ökologische Gleichgewichte zu wahren und nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte zu entwickeln. Die Ergebnisse solcher Zählungen fließen auch in zukünftige Planungen und Maßnahmen zum Schutz der Tierarten ein, was letztlich dem gesamten Ökosystem zugutekommt.
Insgesamt zeigt die Verwendung von Drohnen zur Wildzählung, wie moderne Technologien in der Forstwirtschaft und der Wildtierforschung eingesetzt werden können. Diese innovativen Ansätze sind nicht nur zeitsparend, sondern liefern auch präzisere Daten, die für den Erhalt der Biodiversität von großer Bedeutung sind. Weitere Informationen über die Anwendung von Drohnen in der Wildtierforschung finden Sie auf drohnenbefliegungen.de.