In den Haßbergen ist eine grüne Welle im Anmarsch! Der Streuobstanbau hat in Bayern eine lange Tradition und spielt eine zentrale Rolle für unsere Kulturlandschaft und die Biodiversität. Um diese wertvollen Flächen zu erhalten und sogar auszubauen, gibt es mit dem „Bayerischen Streuobstpakt“ ein ambitioniertes Ziel: Bis 2025 sollen eine Million neue Streuobstbäume gepflanzt werden. Der kommunale Zusammenschluss „Lebensregion plus“, zu dem die Gemeinden Breitbrunn, Ebelsbach, Eltmann, Kirchlauter, Knetzgau, Oberaurach, Priesendorf, Rauhenebrach, Sand am Main, Stettfeld und Zeil am Main gehören, ist aktiv an dieser Initiative beteiligt. Interessierte Bürger können sich beim Amt für Ländliche Entwicklung informieren und mitmachen, denn das Projekt „Streuobst für alle“ fördert die Pflanzung von Obstbäumen.
Die Fördermöglichkeiten sind attraktiv: Pro Baum gibt es bis zu 45 Euro, vorausgesetzt, die Bäume verbleiben mindestens 12 Jahre am Standort. Um gefördert zu werden, müssen 10 bis 100 Bäume beantragt werden, und die Mindesthöhe der Obstbäume sollte 140 cm betragen. Zu den förderfähigen Obstsorten zählen Kernobst wie Äpfel und Birnen sowie Steinobst wie Pflaumen und Kirschen. Sogar alte und seltene Sorten wie die Wild-Birne oder die Eberesche sind Teil dieses Programms. Die Antragsfrist für Interessierte endet am 31. März, und die Pflanzung und Pflege obliegt den Antragstellern selbst.
Der Bayerische Streuobstpakt
Am 18. Oktober 2021 wurde der Bayerische Streuobstpakt von der Bayerischen Staatsregierung und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, wie dem Bund Naturschutz und dem Bayerischen Bauernverband, ins Leben gerufen. Dieser Pakt hat das Ziel, die bayerischen Streuobstbestände nicht nur zu erhalten, sondern sie bis 2035 um eine weitere Million Bäume zu erweitern. Damit soll die Artenvielfalt gefördert und die bäuerliche Kulturlandschaft bewahrt werden. Streuobstwiesen sind wahre Hotspots der Biodiversität und beherbergen rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten, viele davon sind selten und gefährdet.
Um diese Ziele zu erreichen, setzt die Staatsregierung auf umfassende Maßnahmen, die von über 30 Experten erarbeitet wurden. Dazu gehören die Verbesserung der Wertschätzung für Streuobstprodukte, die Optimierung der Vermarktungswege und die Erforschung sowie Erhaltung von Obstsorten. Das Landwirtschaftsministerium unterstützt diese Initiativen mit einem Budget von über 600 Millionen Euro bis 2035. Verschiedene Programme, wie das Vertragsnaturschutzprogramm (VNP), fördern den Erhalt der Streuobstbäume und verzichten auf die Beseitigung von Totholz.
Die Rolle der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft
Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) spielt eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Streuobstaktivitäten in Bayern. Sie bietet Informationen über die Bedeutung, Pflege und Fördermöglichkeiten von Streuobst. Die LfL stellt zudem kostenloses Werbe- und Informationsmaterial zur Verfügung und organisiert regelmäßige Fachtagungen sowie Fortbildungen. Weiterhin fördert die Aktion „Streuobst Schule“ Führungen für Schulklassen und Kindergärten, um das Bewusstsein für Streuobstwiesen zu schärfen.
Für alle, die mehr über das Thema erfahren möchten oder Fragen haben, stehen Streuobstmanager an Regierungen, Landschaftspflegeverbänden und Landratsämtern bereit. Eine Liste der Ansprechpartner ist auf den Webseiten des Bayerischen Streuobstpakts verfügbar. Dieser Einsatz für die Streuobstwiesen zeigt, wie wichtig die Erhaltung unserer Kulturlandschaft ist und wie jeder Einzelne dazu beitragen kann.
Wer also einen grünen Daumen hat oder es einfach mal ausprobieren möchte, der sollte sich die Chance nicht entgehen lassen, Teil dieses bedeutenden Projekts zu werden. Weitere Informationen sind auch auf der Website des bayerischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu finden. Packen wir es an und lassen die Haßberge wieder erblühen!



