Am kommenden Sonntag, den 1. März, wird in ganz Bayern zur Wahl der Pfarrgemeinderäte aufgerufen. Diese Wahlen finden alle vier Jahre statt und sind von großer Bedeutung für das kirchliche Leben in den Gemeinden. Hildegard Schütz, die Vorsitzende des Diözesanrats im Bistum Augsburg, hebt hervor, wie wichtig eine hohe Wahlbeteiligung ist. Sie ruft alle Pfarrgemeindemitglieder dazu auf, Verantwortung zu übernehmen und aktiv am Gemeindeleben mitzuwirken. „Gerade in einer säkularisierten Gesellschaft ist es von entscheidender Bedeutung, lebendige christliche Gemeinschaften zu fördern“, so Schütz. Der Pfarrgemeinderat spielt dabei eine zentrale Rolle, da er als pastorales Laiengremium fungiert und möchte die Bedürfnisse der Gemeinde aktiv vertreten.Augsburger Allgemeine berichtet über die Dringlichkeit dieser Wahlen und die Bedeutung der Kandidatensuche.
Doch was ist das Besondere an den Pfarrgemeinderäten? Laut der offiziellen Webseite des Bistums Augsburg sind diese Gremien wesentliche Organe zur Koordinierung des Laienapostolats und zur Förderung apostolischer Tätigkeiten in den Gemeinden. Gemeinsam mit den Pfarrern tragen die Mitglieder des Pfarrgemeinderats dazu bei, pastorale Fragen zu beraten und somit die Kirche als „Volk Gottes“ zu gestalten, wie es das Zweite Vatikanische Konzil definiert.Bistum Augsburg stellt klar, dass die Zusammenarbeit zwischen den Gläubigen und der kirchlichen Leitung für ein gelingendes Gemeindeleben unverzichtbar ist.
Das Wählen als gemeinschaftlicher Akt
Pfarrgemeinderäte sind jedoch nicht nur für Feste und Veranstaltungen zuständig, sondern sie haben auch Mitspracherecht in vielen Bereichen des kirchlichen Lebens. So dürfen die Mitglieder beispielsweise in pastoralen Angelegenheiten mitentscheiden, ohne dass finanzielle Aspekte in diese Diskussionen einfließen. Christian Gärtner, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, beschreibt diese Räte als synodale Gremien, die aktiv zur Gestaltung des Gemeindelebens beitragen können. Aber wie steht es um die Wahlbeteiligung? Bei den letzten Wahlen lag diese lediglich bei 12,75 Prozent, ein Rückgang von 4,78 Prozentpunkten im Vergleich zu 2018. Hier gilt es, die Flinte nicht ins Korn zu werfen und die Menschen erneut zu ermutigen, ihre Stimme abzugeben.Stern bringt Anfragen aus den Gemeinden zur möglichen Kandidatur von Mitgliedern der AfD ins Gespräch, was die Wähler zusätzlich beschäftigt.
In den kommenden Tagen wird zudem spannend sein, wie viele Kandidaten sich in den einzelnen Pfarreien zur Wahl stellen. Nach der neuen Wahlordnung, die 2013 in Kraft trat, ist die Anzahl der zu wählenden Pfarrgemeinderäte nicht mehr strikt festgelegt, was die Kandidatensuche flexibler gestaltet. So kann auch die Zusammenarbeit im Gremium optimiert werden. Ein Wahlausschuss wird spätestens sechs Wochen vor der Wahl einen vorläufigen Wahlvorschlag bekannt geben, der dann bis zwei Wochen vor der Wahl finalisiert wird.
Die katholische Kirche in Deutschland steht vor Herausforderungen – nicht nur, was die Mitgliedszahlen angeht, sondern auch beim Priestermangel. Frauen spielen eine wesentliche Rolle in den Pfarrgemeinderäten, auch wenn ihnen der Zugang zu priesterlichen Ämtern verwehrt bleibt. Es ist also ein mutiger Schritt, sich zur Wahl zu stellen und aktiv Einfluss zu nehmen. Die kommenden Wahlen sind eine Gelegenheit für alle Gläubigen, sich Gehör zu verschaffen und die Zukunft ihrer Gemeinden mitzugestalten.



