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In Günzburg tut sich etwas in der medizinischen Landschaft. Die Kinderpraxis „Kinder- und Jugendärzte“ am Stadtberg bekommt Verstärkung durch Dr. Thomas Mahler, einen Spezialisten für Kinderpneumologie. In den letzten Jahren haben Atemwegserkrankungen bei jüngeren Menschen stark zugenommen, und zwischen sechs und zehn Prozent aller Kinder erhalten die Diagnose Asthma. Dr. Mahler hat zahlreiche Fälle behandelt und bringt eine wertvolle Erfahrung mit, die er in der Kinderklinik in Augsburg gesammelt hat, wo er mit schwer kranken Kindern gearbeitet hat. Sein Ziel ist es, in der Praxis einen neuen Schwerpunkt zu setzen und dabei auf innovative Technologien zu setzen. Bald wird er von einem neuen technischen Gerät unterstützt, das die Diagnostik und Behandlung seiner kleinen Patienten verbessern könnte. Unterstützt wird er dabei von Dr. Marion Zähringer, die eine andere Spezialisierung mitbringt und von Dr. Mahler „abgeworben“ wurde. Mehr dazu hier.

Die Herausforderung Asthma bei Kindern

Asthma bei Kindern ist ein ernstes Thema, das oft an der Nasenschleimhaut seinen Ursprung hat, wo das Immunsystem erstmals mit der Umwelt in Kontakt kommt. Eine Störung dieser Barriere, beispielsweise durch harmlose Virusinfektionen wie Schnupfenviren, kann Entzündungen hervorrufen, die Asthma begünstigen. Zudem sind genetische Faktoren ein zentraler Risikofaktor, insbesondere Veränderungen im 17 q 21 Genbereich, die beeinflussen, wie Zellen in der Schleimhaut auf Virusinfektionen reagieren. Dies schwächt die frühe Immunabwehr und erhöht das Risiko, an Asthma zu erkranken. Aktuell wird intensiv an der frühzeitigen Erkennung und gezielten Behandlung von Kindern mit erhöhtem Risiko geforscht, um diese Kinder zu behandeln, bevor sich die Krankheit im Schulalter entwickelt. Dies stellt einen wichtigen Schritt in Richtung einer individuelleren und früheren Medizin dar. Hier finden Sie weitere Informationen.

Asthma äußert sich häufig durch pfeifende Atemgeräusche, Husten und Atemnot. Die Ursachen und der Verlauf der Erkrankung sind komplex und variieren von Kind zu Kind. Etwa ein Viertel aller Kinder in den ersten drei Lebensjahren zeigt bereits Symptome wie pfeifende Atmung. Einige entwickeln chronische Bronchitis, andere hingegen leichtes bis schweres Asthma. Während einige betroffene Kinder Allergien haben, bleiben andere symptomfrei. Die Symptome können bis zur Pubertät anhalten und Asthma ist nicht heilbar; moderne Medikamente können jedoch die Symptome gut lindern. Die Früherkennung ist dabei entscheidend für die Behandlung.

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Forschung und Zukunftsperspektiven

Die All Age Asthma Cohort (ALLIANCE) wurde 2011 ins Leben gerufen, um die Entstehung von Asthma zu erforschen. Diese großangelegte Studie umfasst Daten von über 700 Patienten und hat das Ziel, Biomarker zur frühen Erkennung von Asthma-Unterformen zu identifizieren. Am Münchner Comprehensive Pneumology Center werden Daten von Kindern zwischen 6 Monaten und 18 Jahren erfasst. Dabei kommen verschiedene Erfassungsmethoden zum Einsatz, wie Lungenfunktionstests, Blutproben, Schweißtests, Nasenabstriche und die sogenannte elektronische Nase (e-Nose). Die Patienten kommen alle 12 Monate zur weiteren Untersuchung.

Es gibt zwei grundlegende Formen von Asthma: allergisches und nicht-allergisches Asthma. Allergisches Asthma ist gekennzeichnet durch eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Stoffe und führt zu einer chronischen Entzündung der Atemwege. Unbehandeltes allergisches Asthma kann zu intensiveren Behandlungen und Notfällen führen. Auf der anderen Seite tritt nicht-allergisches Asthma oft nach Virusinfektionen auf und hat ein geringeres Risiko für eine chronische Entzündung. Der Fokus der ALLIANCE-Studie liegt auf der Entschlüsselung der Mechanismen der chronischen Atemwegsentzündung, um individuellere Therapien zu entwickeln. Weitere Informationen hierzu finden Sie hier.