In Gundremmingen ist an diesem sonnigen Tag das große Ereignis der Sprengung der Kühltürme des ehemaligen Kernkraftwerks angesagt. Die beiden imposanten Türme, jeder stolze 160 Meter hoch, stehen seit der Stilllegung der Reaktorblöcke in den letzten Jahren als Relikte einer vergangenen Energieära in der Region. Am 25. Oktober 2025 endet mit diesem spektakulären Mega-Event eine Ära: Um Punkt 12 Uhr werden die Kühltürme gesprengt, nachdem der Abbauprozess im Inneren des stillgelegten Kraftwerks bereits in vollem Gange ist. Auf Augsburger Allgemeine wird darauf hingewiesen, dass das Ende der Atomenergie im Landkreis Günzburg bereits weit zurückliegt, und die Kühltürme, die kilometerweit sichtbar waren, somit nicht mehr zur Landschaft gehören werden.
Die Polizei erwartet zu diesem besonderen Anlass tausende Besucher, und bereits jetzt sind die Vorbereitungen in vollem Gange. Sicherheitszonen rund um das Kraftwerk sind eingerichtet, Straßenabschnitte gesperrt und es stehen rund 1.900 zusätzliche Parkplätze zur Verfügung. „Wir rechnen mit viel Verkehr und Staus, aber darauf sind wir vorbereitet,“ sagt ein Polizeisprecher. Die örtlichen Beamten sowie die Bereitschaftspolizei sind vor Ort, um die Einhaltung der Sperrzonen und das Flugverbot für Drohnen zu überwachen. Zwei angemeldete Versammlungen von Atomkraft-Befürwortern und der AfD werden erwartet, jedoch rechnet die Polizei nicht mit Störungen bei der Veranstaltung, wie auf BR.de berichtet wird.
Ein Abschied in Feierlaune
Die Gundremminger scheinen diesen Abschied gebührend zu feiern! Mit Kühlturm-Lebkuchen und einer festlichen „Sprengwurst“, die von Bürgermeister Tobias Bühler (CSU) initiiert wurde, wird das Ereignis auch kulinarisch zelebriert. Zwar gibt es rund um das Kraftwerk keine Essensstände oder Toiletten, aber die Feierlichkeiten finden privat in der Umgebung statt. Die Kühltürme haben über 45 Jahre lang das Landschaftsbild geprägt und spielten eine zentrale Rolle als Wahrzeichen der Region.
Das Kernkraftwerk Gundremmingen war einst das leistungsstärkste in Deutschland. Der erste Block A wurde 1966 in Betrieb genommen, gefolgt von Block B 1977 und Block C, der 2021 stillgelegt wurde, wie auf Wikipedia erwähnt wird. Der Anteil der Kernenergie an der Stromerzeugung in Deutschland betrug zeitweise bis zu 30%. Doch der Atomausstieg ist seit April 2023 vollzogen, als die letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet wurden.
Neuer Fokus auf erneuerbare Energien
Mit der Sprengung der Kühltürme wird nicht nur ein Kapitel in der Energiegeschichte der Region geschlossen, sondern auch ein anderer Weg eingeschlagen. RWE plant, in Gundremmingen Deutschlands größten Batteriespeicher für Strom aus erneuerbaren Energien zu errichten. Dies bringt frischen Wind in die energetische Zukunft des Landkreises Günzburg, wie auf Augsburger Allgemeine zu lesen ist.
Insgesamt zeigt sich: Der Rückbau des Kernkraftwerks Gundremmingen ist der erste Schritt in eine neue, nachhaltig orientierte Zukunft. Der Abbau der Kühltürme ist nicht nur symbolisch, sondern Teil eines langwierigen Prozesses, der voraussichtlich über zehn Jahre andauern wird. Hier ist die Region auf dem besten Weg, sich ökologisch neu zu erfinden.



