In den letzten Wochen haben zahlreiche werdende Mütter im Landkreis Günzburg ihre Erfahrungen zur Hebammensuche geteilt. Eine durchweg positive Resonanz zeigt, wie wichtig es ist, sich frühzeitig um eine Hebamme zu kümmern. Besondere Geschichten, wie die von Michaela Sauter, die bereits bei ihrer ersten Schwangerschaft auf Nummer sicher ging und frühzeitig nach einer Hebamme suchte, unterstreichen diese Aussage. Bei ihrer zweiten Schwangertschaft erhielt sie prompt eine Zusage von der gleichen Praxis, was für sie eine Gewissheit darstellt. Auch Lisa Weißenberger aus Leipheim hatte beim Geburtsprozess ihres Sohnes positive Erlebnisse mit ihrer Hebamme, die sie als professionell und liebevoll empfand. Doch trotz dieser positiven Erfahrungen gibt es auch Bedenken: Der neue Hebammenhilfevertrag, der am 1. November 2025 in Kraft trat, könnte laut Weißenberger negative Auswirkungen auf den Beruf der Hebammen haben. Die Unsicherheiten kreisen vor allem um die Vergütung der freiberuflichen Beleg-Hebammen, die in der Klinik Günzburg tätig sind.
Der neue Hebammenhilfevertrag, der die Bedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Krankenkassen regelt, sieht eine splitten Vergütung vor: Während die erste betreute Frau komplett bezahlt wird, erhalten die folgenden nur 70% des Honorars, was die finanzielle Situation für viele Hebammen angespannt gestaltet. Dies könnte dazu führen, dass weniger Hebammen bereit sind, diesen Beruf auszuüben. Zusammengestellt wurde dieser Vertrag zwischen Hebammenverbänden und dem GKV-Spitzenverband und er trat vor dem Hintergrund einer zunehmend unzufriedenen geburtshilflichen Versorgung auf. Immer mehr Elternverbände fordern Verbesserungen und mehr Transparenz im Bereich der Hebammenbetreuung, um die Qualität der Leistungen für Schwangere, Gebärende und Wöchnerinnen zu bewerten.
Details zu den Herausforderungen der Hebammen
Ein weiteres Beispiel kommt von Jasmin und Philipp Allerberger aus Kissendorf, die nach ihrem positiven Schwangerschaftstest umgehend Kontakt mit der Levana Hebammenpraxis aufnahmen. Ihr Kennenlern- und Aufnahmegespräch fand noch vor der Bestätigung durch den Frauenarzt statt. Besonders erfreulich war die Kommunikation mit der Hebamme, die auch nach der überraschenden Zwillingsschwangerschaft eine solide Unterstützung bot. Diese positiven Erlebnisse stehen jedoch im Kontrast zu den Herausforderungen, die viele Hebammen derzeit erleben, nicht zuletzt aufgrund des neuen Hebammenhilfevertrags.
Ordnung im Hebammenwesen gefordert
Neben den individuellen Geschichten wird auch auf strukturelle Probleme hingewiesen. Laut Bifg gibt es seit Jahren Unzufriedenheit mit der geburtshilflichen Versorgung, die sowohl auf kommunaler als auch auf landes- und bundespolitischer Ebene angegangen werden soll. Das neue Nationale Gesundheitsziel „Gesundheit rund um die Geburt“ im Koalitionsvertrag der Bundesregierung hat das Ziel, eine evidenzbasierte und bedarfsgerechte Unterstützung für Frauen zu schaffen. Doch die vorhandene Datenlage zu Hebammen, deren Tätigkeitsangebot und die Qualität der Leistungen bleibt unzureichend.
Das GKV-SPITZENVERBAND setzt sich dafür ein, die Zusammenarbeit zwischen Hebammen und Krankenkassen zu optimieren, um es Müttern zu erleichtern, eine Hebamme zu finden. Insbesondere die Suche nach freiberuflichen Hebammen in der näheren Umgebung soll durch eine transparente Vertragsstruktur erleichtert werden.
Zusammengefasst steht die Hebammenversorgung im Landkreis Günzburg vor bedeutenden Herausforderungen. Während die individuellen Erfahrungen von Müttern durchweg positiv ausfallen, sind die finanziellen Rahmenbedingungen und die strukturellen Probleme nicht zu übersehen. Die Diskussion um den neuen Hebammenhilfevertrag und die damit verbundenen Regelungen wird in den kommenden Wochen weiterhin im Fokus stehen.



