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Silvester 2025 wird für viele Menschen im Landkreis Günzburg ein besonders emotionaler Moment. Es ist für viele das erste Mal, dass sie den Jahreswechsel ohne einen geschätzten Angehörigen feiern werden, der im Laufe des Jahres von uns gegangen ist. In dieser Zeit des Abschieds und der Erinnerung hat die Region einen prägnanten Verlust zu beklagen: Pfarrer Andreas Demel aus Krumbach, der erst 50 Jahre alt wurde, ist am 30. Dezember verstorben. Nach einer langen und schweren Krankheit, die seinen Lebensweg stark prägte, hinterlässt er eine große Lücke nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Herzen vieler.

Andreas Demel, geboren 1974, war ein vertrautes Gesicht in der Region. Bereits in jungen Jahren war er als Ministrant aktiv und baute eine enge Verbindung zu seiner Pfarrei auf. Nach seinem Abitur 1994 studierte er Mathematik und Theologie und trat in das Priesterseminar ein, bevor er 2009 zum Priester geweiht wurde. Eine der Stationen seiner seelsorglichen Karriere führte ihn als Kaplan nach Donauwörth, Schrobenhausen und Weilheim. 2013 übernahm er die Leitung der Pfarreiengemeinschaft am Blender und war ab 2014 als Pfarrer tätig. Seine Aufgabe bestand darin, diese Gemeinschaft zu formen und zu stärken, doch seine Krankheit führte dazu, dass er zunehmend seine Seelsorge auf neue Medien verlagerte. So wurde er bekannt als „Online-Pfarrer Andreas“ und erreichte vor allem jüngere Menschen durch soziale Medien wie WhatsApp und Facebook, um die Frohe Botschaft zu verbreiten. Diese besondere Verbindung half ihm, während er auf einen Rollstuhl angewiesen war und letztlich seine letzten Tage auf einer Palliativstation verbrachte.

Erinnerungen und Vermächtnis

In seiner Urlaubszeit mehrmals auf die Onlinegemeinde zurückgreifen zu können, war besonders wichtig für ihn; gerade während der Coronapandemie organisierte er Onlinegebetszeiten, die vielen Menschen Trost spendeten. Sein Primizspruch – „Nicht Knechte nenne ich Euch, sondern Freunde“ – zeigt seine Philosophie im Umgang mit Mitmenschen und Gott. Nun wird ihm eine besondere Ehre zuteil: Ein Requiem findet am 4. Januar um 17:00 Uhr in der Pfarrkirche St. Pankratius in Wiggensbach statt. Der Sterberosenkranz wird um 16:30 Uhr gegeben. Zudem war Andreas der Wunsch, in Krumbach bestattet zu werden, wo am 10. Januar um 18:00 Uhr das Totengebet in der Pfarrkirche St. Michael stattfindet.

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Sein Weggang trifft nicht nur die religiöse Gemeinschaft, sondern lässt auch persönliche Erinnerungen aufblühen: In den letzten zwanzig Jahren leistete er viel für die örtliche Gemeinde. Dazu gehören Leistungen wie seine Tätigkeit als Initiator verschiedener Projekte, die sich an die Jugend richteten. Er war ein Mann des Glaubens, der sich stets bemühte, eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu schlagen.

Ein Blick zurück auf weitere Verstorbene in 2025

Andreas Demel ist nicht der einzige Verlust, den die Region in diesem Jahr erleiden musste. Im Januar verstarben Eugen Christoph, ein langjähriger Friseur in Leipheim, sowie Walter Gruber, der 20 Jahre lang Bürgermeister von Burtenbach war. Diese Persönlichkeiten haben in ihrem jeweiligen Berufsfeld Zeichen gesetzt und werden in der Gemeinschaft geschätzt bleiben. Auch die Gründung der Kanu-Polo-Mannschaft des VfL Günzburg durch Günther Gernert wird in Erinnerung bleiben, ebenso wie Joachim Jaitner, ein engagierter Licht- und Tontechniker.

In den kommenden Tagen und Wochen werden die Menschen in Günzburg und darüber hinaus ihrer vermissten Lieben gedenken. Möge der Frieden mit ihnen sein – während die Gesellschaft zusammensteht und das Vermächtnis dieser prägenden Persönlichkeiten würdigt. Die Rückblicke auf die vergangenen Jahre zeigen, wie sehr die Gemeinschaft um unterschiedliche Charaktere und Vorbilder reicher wurde und wie sehr ihr Verlust nun spürbar ist.

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, hat der Landkreis Günzburg in diesem Jahr schwer an vielen Verlusten zu tragen.

Bischof Bertram äußerte sein Beileid über den Verlust von Pfarrer Demel. „Gott schenke ihm Frieden im ewigen Paradies“, wie es auch in einem Artikel des Bistums Augsburg zum Ausdruck kommt.

Ein weiterer Artikel von Donau-Ries aktuell lässt die Bedeutung von Demels Lebenswerk noch einmal aufleuchten. Seine Fähigkeit, Perspektiven zu schaffen und Menschen zu verbinden, bleibt unvergessen.