In Fürth, genauer gesagt im Stadtteil Stadeln, wurde nun der Startschuss für die Spargelsaison gegeben. Bei einem feierlichen Spargelanstich, zu dem der Landrat und der Oberbürgermeister geladen waren, wurde die Ernte offiziell eröffnet. Gastgeber dieses besonderen Anlasses war der landwirtschaftliche Familienbetrieb Lohbauer, der neben Milchvieh auch auf den Anbau von Sonderkulturen, insbesondere Spargel, setzt.

Der Beginn der Spargelernte ist nicht nur ein wichtiger Moment für die Familie Lohbauer, sondern auch ein Zeichen für die Bedeutung regionaler Produkte und die Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe. Der Verlauf der Ernte hängt von zahlreichen Faktoren ab, denn Spargel gedeiht am besten auf sandigen Böden und bei optimalen Klimabedingungen. Oft entscheidet sich der genaue Verlauf der Saison erst während der Erntezeit, was für alle Beteiligten eine spannende Herausforderung darstellt.

Der Alltag auf dem Hof

Mit dem Start der Ernte verändert sich der Alltag auf dem Hof grundlegend. Feste Abläufe prägen die kommenden Wochen, in denen drei Generationen der Familie Lohbauer gemeinsam Hand in Hand arbeiten – und das ganz ohne Fremdarbeitskräfte. Die Spargelernte erfolgt in reiner Handarbeit, was die Saison besonders arbeitsintensiv macht. Die frisch geernteten Stangen bleiben in der Region und werden direkt im Hofladen verkauft. Dort kostet der Spargel konstant zehn Euro pro Kilogramm über die gesamte Saison hinweg.

Spargel ist nicht nur ein beliebtes Gemüse, sondern hat auch eine lange Geschichte. Er ist seit über 5.000 Jahren als Gemüse und Heilpflanze bekannt und wurde in China gegen Blasenprobleme und Husten verwendet. In Europa wurde Spargel ab dem 16. Jahrhundert kultiviert und galt bald als Gemüse der Adligen. Die bekannteste Sorte im deutschsprachigen Raum ist der weiße Spargel, auch bekannt als Bleichspargel. Diese edle Gemüseart wird in drei Farben unterteilt: weiß, grün und violett, wobei die Farbe vom Licht abhängt, dem die Pflanzen während ihres Wachstums ausgesetzt sind.

Die Vorzüge des Spargels

Der Spargel zählt zu den edelsten Gemüsearten und hat nicht nur einen angenehmen Geschmack, sondern auch viele gesundheitliche Vorteile. Er besteht zu rund 93% aus Wasser und hat lediglich 16 Kilokalorien pro 100 Gramm. Zudem ist er reich an Vitaminen wie C und E sowie Mineralstoffen. Der typische Geschmack des Spargels wird durch die Asparaginsäure bestimmt, die auch für den markanten Geruch des Urins nach dem Verzehr verantwortlich ist.

Ein weiterer Vorteil des Spargels vom Spargelhof ist die nachhaltige Bewirtschaftung. Im Öko-Landbau wird auf Pestizide und Mineraldünger verzichtet, was nicht nur der Umwelt zugutekommt, sondern auch den Geschmack des Spargels verbessert. Geschälter Spargel ist besonders beliebt, während grüner Spargel kaum geschält werden muss. Die Unterstützung der lokalen Wirtschaft durch den Kauf bei regionalen Spargelbauern ist ein weiterer Pluspunkt.

Die Spargelsaison beginnt meist Anfang April und endet am 24. Juni, also am Johannistag. Zu diesem Zeitpunkt sind die Preise meist am günstigsten, steigen jedoch gegen Ende der Erntezeit. Frischer Spargel sollte knackig und saftig sein und beim Aneinanderreiben quietschen. Die Zubereitung ist vielfältig und reicht von klassisch mit Schinken und Sauce Hollandaise bis hin zu kreativen Kombinationen mit Fisch oder Nudeln.

Die Erntezeit ist also nicht nur eine arbeitsreiche Phase für die Familie Lohbauer, sondern auch eine Gelegenheit für die Region, sich mit einem der leckersten und gesundheitsförderndsten Gemüsearten zu verwöhnen. Der Genuss von frischem Spargel aus der Region ist ein Fest für die Sinne und ein echter Gaumenschmaus.

Für alle Spargelliebhaber ist jetzt die beste Zeit, um im Hofladen vorbeizuschauen und sich mit den edlen Stangen einzudecken. So bleibt das „weiße Gold“ nicht nur ein Genuss, sondern auch ein Stück bayerischer Tradition.