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Im Landkreis Fürth bleibt man auch im kommenden Jahr auf dem Kurs „Ehrlich. Sparsam.“ Der jüngst vorgestellte Haushaltsentwurf für 2026 legt den Fokus auf große Investitionen, insbesondere im Bildungsbereich. Landrat Bernd Obst betont, dass trotz der angestrebten Einsparungen erhebliche finanzielle Herausforderungen bestehen bleiben, da die Ausgaben im sozialen Bereich schneller wachsen als die Einnahmen. Die finanzielle Lage der Kommunen hat sich bekanntlich verschlechtert, und viele kämpfen mit strukturellen Problemen, die auch in Fürth spürbar sind, wie das Marktspiegel berichtet.

Die finanziellen Rahmenbedingungen sind nach wie vor schwierig. Der Landkreis Fürth verzeichnet eine Umlagekraft von minus 2,9 Prozent, was im Vergleich zu den midfränkischen Landkreisen (plus 12,9 Prozent) und dem bayerischen Durchschnitt (plus 6,5 Prozent) stark abfällt. Dies führt zu einer sinkenden Einnahmesituation aus der Kreisumlage, da auch die Gemeinden weniger zahlen. Dennoch können die Schlüsselzuweisungen aufgrund der negativen Umlagekraft um rund 3,3 Millionen Euro erhöht werden, was etwas Erleichterung verschafft.

Große Investitionen in die Bildung

Das Herzstück des Haushaltsplans sind die Investitionen in Bildungseinrichtungen. Geplante Großprojekte umfassen:

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  • Erweiterungsbau des Landratsamtes: 23,5 Millionen Euro
  • Umbau der Verwaltungsgebäude im Pinderpark: 15,6 Millionen Euro
  • Neubau zweier Gymnasien in Langenzenn: Gesamtkosten 73,6 Millionen Euro
  • Neues Gymnasium in Cadolzburg: Gesamtkosten 88 Millionen Euro
  • Interimsgebäude am Gymnasium Oberasbach: 6 Millionen Euro

Dabei werden die schulischen Großprojekte durch reguläre Hochbauförderungen und ein Sonderbudget des Bundes in Höhe von 5,63 Millionen Euro für 2026 unterstützt. Der Haushalt 2026 hat insgesamt ein Volumen von rund 195,6 Millionen Euro.

Finanzielle Herausforderungen und strategische Maßnahmen

Trotz dieser Ambitionen ist die finanzielle Lage ernst. Der Schuldenstand des Landkreises wird voraussichtlich bis Ende 2025 auf 29,5 Millionen Euro ansteigen und bis 2029 etwa 120 Millionen Euro erreichen, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von über 1.000 Euro bedeutet. Um dieser Finanzlage zu begegnen, sind diverse Maßnahmen zur Konsolidierung und Sparmaßnahmen vorgesehen, mit einer Deckungslücke von 0,59 Millionen Euro im Gesamthaushalt.

Auf der anderen Seite berichten Fachleute, dass die kommunalen Finanzen in Deutschland flächendeckend unter Druck stehen. Der Kommunale Finanzreport 2025 hebt hervor, dass die Herausforderungen im Bereich der kommunalen Sozialausgaben außerordentlich hoch sind. Hohe Inflationsraten in der Baubranche belasten die Ausgaben zusätzlich, und es ist schwierig, den Investitionsrückstand von 216 Milliarden Euro abzubauen.

Die Haushaltsberatungen sind für den 26. Januar 2026 angesetzt, mit einer endgültigen Verabschiedung im Kreistag am 9. Februar 2026. Damit wird der Landkreis Fürth auch weiterhin auf eine Balance zwischen notwendigen Investitionen und Einsparungen setzen. Wenn man sich die Zahlen betrachtet, ist klar, dass in diesen herausfordernden Zeiten ein gutes Händchen gefragt ist, um die finanzielle Situation im Griff zu behalten und gleichzeitig wichtige Entwicklungsprojekte voranzutreiben.