Heute ist der 18.04.2026 und in Fürstenfeldbruck gibt es brisante Diskussionen um den Schienenverkehr in der Region. Der Verkehrsausschuss für den nordwestlichen Landkreis hat starke Bedenken geäußert, dass in den kommenden Jahren weniger Regionalzüge in Haspelmoor, Althegnenberg und Mammendorf halten könnten. Diese Sorgen sind nicht unbegründet, denn das Gremium befürchtet, dass das bisher erreichte Angebot an Zughalten wieder lückenhafter werden könnte.

Die Forderung des Verkehrsausschusses an die DB Infrago AG sowie an den bayerischen Verkehrsminister Christian Bernreiter ist klar: Der Stundentakt muss durchgängig gesichert werden. Alfred Beheim, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Verkehrsausschusses, ist der Meinung, dass die aktuellen Antworten der DB Infrago AG nicht ausreichen, um die Ängste der Bürger zu zerstreuen. Besonders Pendler würden durch eine Verringerung der Zughalte stark benachteiligt, was die Bemühungen zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs gefährden könnte.

Express-S-Bahn als Risiko für die Region

Ein zentraler Anlass für die Bedenken sind die jüngsten Verlautbarungen der Bahn, wonach der Stundentakt nach der Fertigstellung von Stuttgart 21 ausgedünnt werden könnte. Geplant ist die Einführung einer Express-S-Bahn „S23X“ zwischen Augsburg und München, die nicht alle Bahnhöfe bedienen wird. Dies könnte zu einer Reduzierung der Regionalzughalte führen, was die Zuganbindung der Region erheblich verschlechtern würde. Beheim und die zehn Bürgermeister sowie Verkehrsreferenten des Verkehrsausschusses lehnen diese Express-S-Bahn ab und fordern stattdessen eine Stärkung des bestehenden Systems.

Die DB Infrago hat in ihrem mittelfristigen Konzept für die drei Haltestellen lediglich zweistündliche Halte eingeplant, was jedoch nicht verbindlich ist. Minister Bernreiter hat betont, dass es sich bei den kritisierten Vorhaben um ein Koordinierungskonzept handelt und er teilt die Sorgen des Verkehrsausschusses. Der bayerische Verkehrsminister hat zudem versprochen, dass der Freistaat eine bestmögliche stündliche Bedienung fordern wird, was von Beheim als positive Unterstützung angesehen wird. Auch die Zusicherung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), dass das bestehende System unverändert geplant ist, wurde begrüßt.

Aussichten für den Nahverkehr

Beheim warnt jedoch, dass Verbesserungen im Fernverkehrsangebot nicht auf Kosten des Nahverkehrs gehen dürfen. Er fordert eine verstärkte Beobachtung der Situation, um mögliche negative Auswirkungen frühzeitig zu erkennen. Die Kommunikation zwischen den Beteiligten, insbesondere mit dem Zugbetreiber Arverio, scheint jedoch offen und konstruktiv zu sein. Arverio hat betont, dass sie bereit sind, Kritik anzunehmen, um die Angebotsqualität zu optimieren.

Die Entwicklungen rund um die Zugverbindungen in Fürstenfeldbruck und der umliegenden Region sind von zentraler Bedeutung für die Mobilität der Bürger. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickeln wird und ob die Sorgen der Anwohner ernst genommen werden. Die Diskussion um den Schienenverkehr ist nicht nur eine Frage der Infrastruktur, sondern berührt auch die Lebensqualität der Menschen in der Region.