Heute ist der 20.02.2026. In der Demokratischen Republik Kongo erstreckt sich einer der bedeutendsten Regenwälder der Erde, der nach dem Amazonas der zweitgrößte seiner Art ist. Dieser Lebensraum, der etwa 60% der Fläche der DRK einnimmt, ist nicht nur eine grüne Lunge unserer Erde, sondern auch ein Hotspot der Artenvielfalt. Hier leben unter anderem zwei Gorilla-Arten, Schimpansen, Bonobos und Waldelefanten. Doch der Regenwald steht unter immensem Druck durch landwirtschaftliche Flächen, Bergbau und Holzeinschlag. Die Abholzung bedroht nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch das fragile ökologische Gleichgewicht der Region.
Eine positive Wendung kommt aus Olching, wo die Stiftung „Olching für die eine, unsere Welt“ gemeinsam mit Partnern erfolgreich gegen die geplante Abholzung in der Provinz Tshuapa gekämpft hat. Durch den Widerstand, organisiert von der Regenwaldschutzorganisation Recof und unterstützt von lokalen Akteuren wie Pfarrer Josef Aicher, wurden 2.000 Quadratkilometer Wald vor der Abholzung bewahrt. Diese Fläche entspricht viereinhalbmal der Größe des Landkreises Fürstenfeldbruck. Der Gouverneur der Provinz hatte große Waldflächen an die Holzfirma Ledya verkaufen wollen, doch eine Versammlung aller betroffenen Stammesoberhäupter sprach sich gegen diese Pläne aus. Wichtige Befürworter wie Martina Drechsler (stellvertretende Landrätin) und Rainer Widmann (Vorsitzender der Stiftung) trugen ebenfalls dazu bei, politischen Druck aufzubauen, während Katrin Staffler und Wolfgang Stefinger (beide CSU) sich aktiv für das Anliegen einsetzten.
Politische und wirtschaftliche Dimensionen der Abholzung
Die Situation im Kongo wird zusätzlich kompliziert durch einen neuen Waldmanagement-Plan, den die DRK plant. Dieser Plan sieht einen Strategiewechsel vom bisherigen Abholzungsbann, der seit 20 Jahren besteht, vor. Eve Bazaiba, Umwelt- und Vizepremierministerin, hat angekündigt, dass dieser Bann bald aufgehoben werden könnte. Kritiker wie Laurence Duprat von Global Witness warnen jedoch vor den möglichen Folgen dieser Entscheidungen, insbesondere da der Bedarf an Holzkohle und landwirtschaftlichen Flächen die Abholzung verstärkt hat.
Von 2001 bis 2020 sank der Baumbestand in der DRK um 15,9 Millionen Hektar, was 8% der Gesamtfläche ausmacht. Zwischen 2015 und 2019 verdoppelte sich die Zahl der gefällten Bäume, was die Dringlichkeit des Themas unterstreicht. Der neue Plan, der im Juli 2021 genehmigt wurde, sollte auch stärkere Schutzmaßnahmen und die Ausweitung geschützter Gebiete beinhalten. Doch eine Voraussetzung für die Aufhebung des Abholzungsverbots, ein durchsetzbarer Landnutzungsplan, wurde bisher nicht erfüllt.
Globale Auswirkungen und lokale Bedeutung
Die Unterschutzstellung eines Teils des Kongobeckens, wie sie durch die Bemühungen aus Olching erreicht wurde, wird als Gewinn für die lokale Bevölkerung und den weltweiten Klimaschutz betrachtet. Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Bäume im Kongobecken ein Drittel mehr CO2 speichern als die Bäume im Amazonas. Der Wald spielt eine entscheidende Rolle im Wasserkreislauf und in der CO2-Speicherung, was die globale Erwärmung betrifft. Angesichts dieser Zusammenhänge sind die aktuellen Entwicklungen im Kongo von großer Bedeutung für die gesamte Menschheit.
Die Herausforderungen, vor denen die DRK steht, sind vielfältig. Hohe Beamte haben in der Vergangenheit gegen das Verbot verstoßen und illegal Abholzgenehmigungen erteilt. Der Staatsrat der DRK prüft derzeit Klagen gegen frühere Umweltminister wegen dieser illegalen Genehmigungen. Präsident Félix Tshisekedi hat angekündigt, die Abholzung zu stoppen und den Wald wieder aufzuforsten. Dennoch bleibt abzuwarten, ob und wie diese Versprechen in die Tat umgesetzt werden können.
Die Entwicklungen im Kongo und die Bemühungen aus Olching zeigen, wie wichtig es ist, lokale Initiativen und globales Bewusstsein zu verknüpfen. Nur durch gemeinsamen Einsatz können wir die wertvollen Ökosysteme unseres Planeten schützen und erhalten.
Für weiterführende Informationen zu den aktuellen Entwicklungen im Kongo und den globalen Auswirkungen der Abholzung, können Sie die vollständigen Artikel auf Süddeutsche.de und National Geographic nachlesen.