Sonntagvormittag am Maisacher Bauhof – der Duft von frischem Fleisch und die fröhlichen Stimmen der Besucher sorgen für eine heitere Atmosphäre. Bei der traditionellen Schafschau dürfen sich nicht nur die Erwachsenen über die verschiedenen Schafrassen informieren, auch für die Kleinen gibt es viel zu entdecken. Ein siebenjähriger Junge fragt sich, ob Schafe schreien; seine Mutter bringt ihm bei, dass Schafe eigentlich blöken. In einem nahegelegenen Streichelzoo können die Kinder mit Lämmern spielen, sie füttern und streicheln die Wolligen.
Schafzüchter und Tierliebhaber stehen in den Startlöchern. Organisiert wird die Schafschau bereits zum 39. Mal von Johann Morigl, dem Vorsitzenden des Maisacher Schäferstammtisches. Nach einer langen Pause durch die Corona-Pandemie wurde die beliebte Veranstaltung 2023 wiederbelebt, was zu einem hohen Besucherandrang führte. Bürgermeister Hans Seidl nutzt die Gelegenheit, um dem Verein für diese Initiative zu danken und die Bemühungen um die Förderung der Schafzucht zu würdigen.
Ein buntes Programm für die ganze Familie
Die Schafschau lockt nicht nur mit informativen Ständen, sondern auch mit kulinarischen Köstlichkeiten. Am Verkaufsstand des Vereins werden Lammfetzen, -burger und -bratwürste angeboten, allesamt aus Fleisch von Schafen, die von den Vereinsmitgliedern gezüchtet werden. So machen die Besucher ein gutes Geschäft und können sich gleichzeitig über die Herkunft ihrer Speisen informieren.
Insgesamt gibt es 15 Gatter, die verschiedene Schafrassen zeigen, darunter Skudden, Coburger Fuchs und Texel. Deutlich wird: Die Prämierung von Wolle, Gesundheit, Muskulatur und Körperbau gibt wertvolle Hinweise zur Zucht. Schafzüchter nutzen die Gelegenheit, um über Haltung, Fütterung und Pflege ihrer Tiere zu informieren. Sie werden dabei von den strengen tierschutzrechtlichen Standards geleitet, die in Deutschland für die Schafhaltung gelten, wie das Tierschutzgesetz und die Tierschutzverordnung, um nur einige zu nennen. Auch das Bundesamt für Landwirtschaft hebt hervor, dass die Einhaltung dieser Vorschriften von großer Bedeutung ist.
Tradition und Zukunft im Einklang
Die Zahl der Schafhalter in der Region geht zurück. Dennoch spielt das Schaf eine wichtige Rolle als Naturpfleger und wird beispielsweise in Freiflächen für Photovoltaikanlagen als natürlicher „Rasenmäher“ eingesetzt. Trotzdem müssen sich Züchter oft mit der Schwierigkeit auseinandersetzen, ihre Zuchterfolge einem breiten Publikum zu präsentieren.
Nicht nur Schafe sind zu sehen: Auch Laufenten und verschiedene Hühnerarten bereichern das Angebot. Besondere Highlights für die Kinder sind das Pony-Reiten und der Eisstand, der so manche Wartezeit versüßt. Die Maisacher Schafschau gibt es seit 1982, und nachdem der Erfolg 2024 die Fortsetzung der Tradition sicherte, laufen bereits die Planungen für die 40. Schafschau im nächsten Jahr.
Insgesamt zeigt die Veranstaltung eindrucksvoll, wie sich Tradition und moderne Ansprüche an die Tierhaltung verbinden lassen. Das Engagement des Schäferstammtisches ist ein starkes Zeichen für den Erhalt der Schafhaltung in der Region und das Bewusstsein für qualitativ hochwertige Produkte.