In Puchheim, einer der wohlhabendsten Kommunen im Landkreis Fürstenfeldbruck, brodelt es vor den Kommunalwahlen. Am 8. März 2026 stehen die Bürgerinnen und Bürger vor der Wahl, nicht nur einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin zu bestimmen, sondern auch den Stadtrat neu zu wählen. Die Wahl verspricht spannend zu werden, da Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) aus persönlichen Gründen nicht mehr kandidiert und insgesamt sechs Kandidaten um seine Nachfolge kämpfen. Laut der Süddeutschen Zeitung fanden sich kürzlich über 100 Interessierte zur Podiumsdiskussion im Bürgertreff ein, um über die Finanzlage der Stadt zu debattieren. Diese Veranstaltung zeigte, wie wichtig den Puchheimern die künftige Entwicklung ihrer Stadt ist.
Mit einer Investition von rund 80 Millionen Euro in Sanierungen von Schulen und Kindergärten in den letzten Jahren war Puchheim gut aufgestellt. Doch aktuell sehen sich die Verantwortlichen mit sinkenden Steuereinnahmen und steigenden Kosten für den Unterhalt kommunaler Einrichtungen konfrontiert. Der SPD-Fraktionssprecher Jean-Marie Leone betont, dass ein gutes Miteinander für eine positive Entwicklung der Stadt entscheidend ist. Thomas Hofschuster (CSU), derzeitiger Dritter Bürgermeister, möchte Puchheim als einen lebens- und liebenswerten Ort für alle gestalten. Doch wie können diese Ziele erreicht werden?
Die Kandidaten und ihre Visionen
Unter den Kandidaten findet sich Michaela Kuchinka (FDP), die plant, das Team in der Verwaltung zu stärken und enger mit den Bürgern zu kommunizieren. Tobias Lexhaller (UBP) hat sich bereits auf die dringende Beschaffung von günstigen Wohnungen sowie den Neubau von Bildungsstätten wie Volkshochschule und Musikschule fokussiert. Horst Dinges von den Grünen will Puchheim fit für den Klimaschutz machen, während Alexander Bayas (Linke) den Leerstand von Wohnungen beenden und Sozialwohnungen schaffen möchte. Es zeigt sich, dass alle Kandidaten eine Vision für die Stadt haben, jedoch stark unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Dinges möchte eine sogenannte Puchheim-Card einführen, um Armut zu bekämpfen und hebt die Notwendigkeit vom Ausbau der Ganztagsschulen hervor. In direkter Opposition dazu zeigt Hofschuster Skepsis gegenüber Geothermie-Projekten, insbesondere wegen der hohen Bohrkosten. Dennoch befürworten fast alle Kandidaten die Suche nach Geothermie zur Nutzung als Fernwärme, was zeigt, dass hier ein Konsens herrscht.
Wahlen und Wählerinformationen
Die nächsten Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2026 sind von großer Bedeutung, nicht nur für Puchheim, sondern auch für den gesamten Landkreis. Im Fokus stehen die Wahl des Ersten Bürgermeisters und der Stadträte, sowie die Wahl des Landrats und der Kreisräte.Puchheim.de informiert, dass die Wahlberechtigung von einigen Kriterien abhängt, darunter das Mindestalter von 18 Jahren am Wahltag und ein Wohnsitz in Puchheim seit mindestens zwei Monaten.
Wählerinnen und Wähler sollten auch wissen, dass der Versand der Wahlbenachrichtigungen am 26. Januar 2026 beginnt. Wer zwischen dem 9. und 25. Januar 2026 nach Puchheim zieht, ist ebenfalls wahlberechtigt, muss aber auf die Fristen achten. Die Stimmenverteilung umfasst einige Optionen wie Panaschieren und Kumulieren, was den Bürgern eine flexible Mitbestimmung ermöglicht.
Falls kein Kandidat über 50 Prozent der Stimmen erhält, kommt es am 22. März 2026 zu einer Stichwahl. Aufgerufen werden auch Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die sich bei der Stadt Puchheim melden können, um diesen wichtigen Prozess zu unterstützen.
Die Vorbereitungen sind somit in vollem Gange und es bleibt spannend, wer das Rennen um das Bürgermeisteramt machen wird und welche Prioritäten die neuen Mandatsträger setzen. Puchheim steht vor grundlegenden Entscheidungen, die das Leben der Bürger nachhaltig beeinflussen werden.