Was tut sich im Landkreis Freyung-Grafenau? Die Euphorie rund um die Wasserbüffel nimmt zu! Die Flächen mit extensiver Wasserbüffel-Beweidung haben sich in den letzten Jahren erheblich vergrößert. Durch diese Beweidung wird nicht nur die Artenvielfalt gefördert, sondern auch der Wasserrückhalt, insbesondere in Auen. Diese “sanften Riesen” bringen Dynamik in Lebensräume zurück, die an Fließgewässern verloren gegangen sind. Wie die PNP berichtet, konnte im Naturpark-Wasserbüffelprojekt Erlauzwiesel die Biotop-Qualität in nur zwei Jahren um beeindruckende 20% gesteigert werden.
Ein Blick auf die Entwicklung der Flächen zeigt, dass sich hochwertige Nasswiesen aus ehemaligen Springkrautfluren etabliert haben. Dabei hat sich die Anzahl der Pflanzenarten nahezu verdoppelt. Diese Veränderungen sind besonders wertvoll, da die Wasserbüffelweiden stets feucht bleiben und somit Drainagesysteme überflüssig machen.
Wachsende Flächen und starke Partnerschaften
In den letzten vier Jahren wuchs die Fläche der Wasserbüffelweiden von 6 Hektar auf mittlerweile 36 Hektar, verteilt auf 12 verschiedene Flächen. Diese Flächen waren zuvor entweder in der Landschaftspflege oder brach und nicht für eine konventionelle Grünlandbewirtschaftung geeignet. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wildland-Stiftung Bayern, die als Hauptpartner im Naturpark aktiv ist. Auf ihrem Gelände wurden bereits 11,2 Hektar Wasserbüffelweiden installiert, um die Naturschutzmaßnahmen weiter voranzutreiben.
Manuel Lenz aus Hinterschmiding setzt 27 Wasserbüffel für diverse Naturschutzprojekte ein. Diese Tiere pflegen die Flächen durch gezielten Fraß, wodurch Verbuschung effektiv verhindert wird. Bürgermeister Fritz Raab hebt hervor, dass diese Beweidung nicht nur einen Gewinn für die Gemeinde darstellt, sondern auch für Spaziergänger von Vorteil ist.
Vielfalt und Lebensräume schützen
Besonders beeindruckt zeigt sich Robert Boese von der Wildland-Stiftung von der Entwicklung der Flächen. Die Offenlandflächen müssen dabei wilddurchlässig gestaltet werden, um auch Wildtieren eine Heimat zu bieten. Auf einer Fläche bei Annathal wurden sogar seltene Arten wie der Böhmische Enzian und die Waldbirkenmaus nachgewiesen. Ein starkes Zeichen dafür, dass die Naturschutz-Akteure im Landkreis hervorragend zusammenarbeiten – unterstützt von Fördermitteln des Bayerischen Umweltministeriums.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wasserbüffel nicht nur ein Gewinn für die Biodiversität im Landkreis sind, sondern auch zur Verbesserung des Landschaftsbildes beitragen. Die Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Naturschützern und der Gemeinde zeigt, wie mit einem gemeinsamen Ansatz viel erreicht werden kann. So steht der Landkreis Freyung-Grafenau vor einer grüneren Zukunft, die nicht nur Tiere, sondern auch Menschen erfreut.