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In der beschaulichen Stadt Freyung, wo Tradition auf Innovation trifft, hat das Engagement der Bürger zu bemerkenswerten Fortschritten in der kommunalen Entwicklung geführt. Dr. Olaf Heinrich, Erster Bürgermeister von Freyung seit 2008 und Präsident des Bezirkstags Niederbayern seit 2013, spielt dabei eine zentrale Rolle. Unter seiner Leitung hat sich die Stadt als Beispiel für erfolgreiche Bürgerpartizipation etabliert, insbesondere durch die Gründung und Unterstützung lokaler Genossenschaften.

Ein herausragendes Beispiel ist die Lang Bräu Freyung eG, die eine traditionsreiche Brauerei rettete, die kurz vor dem Verkauf an einen überregionalen Investor stand. Zudem wurde die Saunaoase Freyung eG aus einem jahrzehntelang ungenutzten Gebäude geschaffen und ist heute die einzige Saunalandschaft im Landkreis Freyung-Grafenau. Beide Projekte sind nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch ein Beweis für die Bedeutung von Genossenschaften für die Teilhabe der Bevölkerung an ihrem Lebensumfeld.

Die Rettung der Lang Bräu

Die Gründung der Lang Bräu Freyung eG war eine Reaktion auf die Herausforderungen, vor denen die Brauerei in der Marktsituation stand. Vor sechs Jahren übernahm die Stadt Freyung das Erbe der Brauerei Lang, und der Brauereikomplex wurde an Wolfgang Königseder verkauft. Dieser versprach, die Brauerei fünf Jahre lang zu leiten, hatte jedoch mit der Abwesenheit des Braumeisters Bernhard Stangl und persönlichen Umständen zu kämpfen, die die Führung erschwerten.

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Ein Verkauf an eine größere Brauerei wäre relativ einfach gewesen, hätte jedoch das Ende der Brautradition in Freyung bedeutet. Bürgermeister Heinrich initiierte daraufhin Gespräche mit Mitarbeitern, dem Genossenschaftsverband Bayern und örtlichen Banken, was schließlich zur Gründung der Genossenschaft führte. Am 26. März 2014 wurde die Gründung mit der gesetzlichen Mindestanzahl an Genossen eingeleitet, und am 30. April 2014 erhielt die Genossenschaft den positiven Bescheid nach Prüfung durch den Genossenschaftsverband. Es wurden bereits 250.000 Euro Genossenschaftsanteile von Bürgern der Region zugesagt, und der Betrieb sollte zunächst unverändert weiterlaufen, während Konzepte für Modernisierung und Renovierung erstellt wurden.

Die Bedeutung von Genossenschaften

Dr. Heinrich hebt immer wieder die Rolle von Genossenschaften als Motoren für wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Zusammenhalt hervor. Die Stadt Freyung investierte 250.000 Euro in die Lang Bräu Freyung eG und ist selbst Mitglied der Genossenschaft. Die Vorteile der Rechtsform eG liegen in ihrer demokratischen Struktur und der Vermeidung von Dominanz Einzelner, was den genossenschaftlichen Gedanken fördert. Erfolgreiche Genossenschaften wie die Lang Bräu und die Saunaoase tragen nicht nur zur wirtschaftlichen Stabilität bei, sondern auch zur Stärkung des Gemeinschaftsgefühls in der Region.

Die Kooperation zwischen Kommunen und Genossenschaften schafft Synergieeffekte, die weit über die ursprünglichen Projekte hinausgehen können. Die Unterstützung bei der Mitgliedergewinnung und die Schaffung von Fachkontakten spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg solcher Initiativen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zukunft der Genossenschaften in Freyung-Grafenau sieht vielversprechend aus. Die Gründung einer Genossenschaft erweist sich als sinnvoll, wenn das Produkt oder Angebot breite Bevölkerungsschichten anspricht. Experten betonen, dass kleinere Brauereien, die den lokalen Markt bedienen und Tradition vermitteln, bessere Zukunftsaussichten haben. Diese Entwicklung könnte als Modell für andere ländliche Gemeinden dienen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen möchten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die genossenschaftlichen Initiativen in Freyung nicht nur eine Rettung für die Lang Bräu waren, sondern auch ein Beispiel dafür, wie Bürgerengagement und kommunale Unterstützung eine positive Veränderung herbeiführen können. Die Stadt Freyung zeigt, wie wichtig es ist, wirtschaftliche Tragfähigkeit zu sichern und gleichzeitig die Gemeinschaft zu stärken.

Für weitere Informationen über die genossenschaftlichen Initiativen in Freyung, lesen Sie auch die umfassenden Analysen in der Studie von Adams et al. (2019), die die Rolle von Genossenschaften im ländlichen Raum beleuchtet (De Gruyter Brill).