Heute ist der 21.02.2026 und in Freising steht ein wichtiges Thema im Mittelpunkt: die Unterstützung von Kindern aus suchtbelasteten Familien. Anlässlich der bundesweiten NACOA-Aktionswoche, die bis zum 28. Februar dauert, rückt die Beratungsstelle Prop e.V. die Bedürfnisse dieser Kinder und ihrer Familien in den Fokus. Mit einem speziellen Angebot, das die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in begleitende Gespräche innerhalb der Jugendsuchtberatung umfasst, möchte die Einrichtung nicht nur helfen, sondern auch das gesamte Familiensystem stärken.
Die Zielgruppe sind Kinder, die in Haushalten mit suchtkranken Eltern leben. Diese Kinder haben oft mit großen Sorgen und Belastungen zu kämpfen. Durch die Gespräche in geschützten Räumen können sie über ihre Erfahrungen sprechen und erhalten die Möglichkeit, sich zu öffnen. Damit wird nicht nur das Vertrauen zu den Beratern gestärkt, sondern auch den Eltern wird Unterstützung und Entlastung in ihrer elterlichen Verantwortung geboten. Ein Vater, der anonym bleiben möchte, äußert sich positiv über die Auswirkungen auf die Kommunikation innerhalb seiner Familie seit den Gesprächen: „Es hat uns nähergebracht und die Isolation verringert.“
Die Dimension des Problems
Die Situation ist besorgniserregend: Rund drei Millionen Kinder in Deutschland leben mit mindestens einem suchtbelasteten Elternteil. Das sind jedes 5. bis 6. Kind, was die Dimension des Problems verdeutlicht. Allein ca. 2,65 Millionen Kinder wachsen in Haushalten mit alkoholkranken Eltern auf. Sucht wird als eine Familienkrankheit beschrieben, die über Generationen Leid und Tod verursacht. Doch es gibt Hoffnung: Kinder von suchtkranken Eltern können zu gesunden, reifen Erwachsenen heranwachsen, wenn sie die nötige Unterstützung erhalten. Schutzfaktoren wie vertrauensvolle Beziehungen zu Erwachsenen können entscheidend sein, um ihnen zu helfen, sich sicher und angenommen zu fühlen.
Um diesen Kindern zu helfen, sind Merksätze wie „Sucht ist eine Krankheit“ oder „Du hast sie nicht verursacht“ von Bedeutung. Diese Aussagen helfen, das Verständnis der Kinder für die Situation zu fördern und ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind. Sie lernen, ihre Gefühle auszudrücken und gesunde Entscheidungen zu treffen, was für ihre Entwicklung essenziell ist.
Vielfältige Hilfsangebote
Die Unterstützung für Kinder aus suchtbelasteten Familien ist ein wichtiges Thema in der Suchtkrankenhilfe. Es gibt zahlreiche Konzepte und Hilfsangebote, die in Beratungs- und Präventionsfachstellen, Selbsthilfeverbänden und anderen Hilfeeinrichtungen umgesetzt werden. Hier engagieren sich hauptberuflich und ehrenamtlich Tätige in der Suchthilfe, um diesen Familien zur Seite zu stehen. Die Kooperation zwischen der Suchthilfe, dem Kinder- und Jugendhilfebereich sowie dem Gesundheitssektor ist dabei von zentraler Bedeutung.
Die Risikogruppe der Kinder suchtkranker Eltern wird seit vielen Jahren intensiv erforscht. Wissenschaftler aus den Bereichen Entwicklungspsychologie, Pädagogik und Sozialwissenschaften analysieren die möglichen Folgen für betroffene Kinder und entwickeln Strategien für eine bedarfsgerechte und passgenaue Unterstützung. Es ist von großer Bedeutung, dass diese Hilfen flächendeckend aus- und aufgebaut werden, um den betroffenen Kindern und ihren Familien die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen.
Die NACOA-Aktionswoche hat das Ziel, die frühzeitige Wahrnehmung dieser Kinder zu fördern und die Rolle der Eltern zu stärken. Die Initiativen in Freising und anderswo sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg, denn nur gemeinsam können wir die Herausforderungen, die Sucht mit sich bringt, bewältigen. Weitere Informationen sind unter diesem Link zu finden, während umfassende Informationen zu den Hilfsmaßnahmen auf nacoa.de verfügbar sind. Auch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHSS) bietet auf dieser Webseite wertvolle Informationen zu diesem Thema.



