In Freising geht es hoch her: Der neu gegründete Verein „Freising für alle“ tritt erstmals bei den kommenden Kommunalwahlen an. Bei der Aufstellungsversammlung wurden nun die Spitzenkandidaten nominiert, die das Amt des Oberbürgermeisters sowie diverse Sitze im Stadtrat und Kreistag anstreben. Dabei hebt sich die Unabhängigkeit des Vereins deutlich von klassischen politischen Strukturen ab, was viele Mitglieder als entscheidend für ihre Unterstützung betrachten. Merkur berichtet.

Die Kandidaten für den Stadtrat sind eine bunte Mischung aus erfahrenen Kommunalpolitikern und frischen Gesichtern. Angeführt wird die Liste von Nicolas-Pano Graßy, der als aktueller Stadtrat und Mitarbeiter beim Sozialverband VdK eine solide Basis in der Stadtpolitik hat. Günther Pletschacher, als Fahrlehrer und mit kommunalpolitischer Erfahrung versehen, kandidiert für das Amt des Landrats. Die gesamte Liste umfasst 40 Personen, die sich aktiv für die Belange der Bürger einsetzen wollen.

Ambitionierte Ziele und Herausforderungen

Die Aufstellung der Kandidaten ist jedoch nur der erste Schritt. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, die erforderlichen Unterschriften für die Kandidaturen zu sammeln. Ab nächster Woche werden dazu Listen im Bürgerbüro ausliegen. Die Wohnlage in Freising ist nicht nur aufgrund der spannenden politischen Entwicklung hoch im Kurs, sondern auch aufgrund der steigenden Bodenpreise, die die Stadt und ihre Bürger stark belasten.

„Investoren und Spekulanten profitieren nicht automatisch zum Gemeinwohl“, so die klare Botschaft des Vereins. Grund und Boden sind schließlich nicht beliebig vermehrbar. Freising für alle setzt sich aktiv für eine Politik ein, die Hochpreispolitik entgegenwirken und den Ausverkauf kommunaler Grundstücke verhindern möchte. Die Forderung nach einer aktiven Bodenpolitik wird laut, um den Bürgern gerecht zu werden und den lokalen Mittelstand bei Umsiedlungen oder Betriebserweiterungen zu unterstützen.

Bodenpolitik im Fokus

Die Bedeutung einer soliden Grundstückspolitik ist nicht zu unterschätzen. In einer Zeit, in der Neubauten oft zu erhöhten Mieten führen und die finanzielle Belastung für die Bürger steigt, fordert der Verein ein Umdenken. Eine mögliche Lösung könnte die Baulandausweisung nur mit vorheriger Abtretung von Grundstücken oder finanziellen Mitteln für öffentliche Zwecke sein.

Außerdem hat Bayern es sich zur Aufgabe gemacht, Gewinne aus Bodenspekulation abzuschöpfen. Ein Verfassungsauftrag, der durchaus im Interesse der Bürger und der kommunalen Daseinsvorsorge sollte. Die Kommunen sind schließlich die Hauptakteure, wenn es darum geht, Flächen für Wohnbau und Klimaanpassung bereitzustellen, berichtet das Deutsche Institut für Normung.

Die nächsten Monate werden entscheidend für den Verein „Freising für alle“ und für die gesamte Stadt. Ein engagierter Wahlkampf steht bevor, begleitet von einer aktiven Diskussion über die Grundstückspolitik, die Bürger und Unternehmer gleichsam betrifft. Freuen wir uns auf spannende Zeiten in Freising!