In Freising tut sich derzeit einiges rund um die Störche, die Jahr für Jahr die Blicke der Einheimischen und Touristen anziehen. Am 16. April 2026 wurde eine neue Nisthilfe auf dem Marcushaus installiert. Mit tatkräftiger Unterstützung der Freisinger Feuerwehr und einer spezialisierten Firma wurde die Montage durchgeführt. Zuvor nisteten die eleganten Vögel auf der Mariensäule, doch die Bedingungen dort waren alles andere als ideal. Wie die Merkur berichtet, haben die Störche nach ihrem ersten Anflug auf die neue Nisthilfe vorerst zu ihrem alten Nest zurückgekehrt. “Die Mariensäule ist als Nistplatz ungeeignet”, so Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, der die Möglichkeit schuf, dass die Störche ohne Genehmigung in Freising landen dürfen.

Die Stadt hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Storchenpaar einen besseren Nistplatz zu bieten. Trotz des Publikumsinteresses ist der Bruterfolg an der Mariensäule als wenig erfolgversprechend eingestuft worden. Die Stadt Freising hat beschlossen, das Storchenpaar aktiv zu unterstützen, um bessere Brutbedingungen zu schaffen. Experten raten jedoch zur Geduld: Sie vermuten, dass die Störche möglicherweise nach einem noch geeigneteren Ort suchen könnten.

Nistplatzwechsel für bessere Brutbedingungen

Bereits seit dem 24. März konnte das Storchenpaar bei der Krone der Mariensäule beobachtet werden, doch die Nistversuche dort verliefen ohne Erfolg. Auch am Giebel des Marcushauses blieben die Versuche aufgrund widriger Wetterbedingungen und des glatten Materials erfolglos. Über die Ostertage unternahmen die Störche erneute Nestbaubemühungen am Marienplatz, jedoch nur mit Teilerfolg. Am 8. April entschied die Stadt, eine neue Nisthilfe zu installieren, um die Schädigung des Denkmals zu vermeiden und gleichzeitig der Konkurrenz anderer Storchenpaare entgegenzuwirken.

Am 15. April gab es eine wichtige Diskussion im Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt, wo die meisten Mitglieder dem Vorschlag der Naturschutzbehörde zustimmten. Bis zum 15. April war die Nisthilfe, die am Marcushaus angebracht wurde und von der Freisinger Firma Göls aus hochwertigem Edelstahl gefertigt wurde, bereits einsatzbereit. Dieser neue Horst ist größer und befindet sich in einer höheren Position als der alte. Zudem wurde er mit Kalkfarbe gestaltet, um den Eindruck von einem bewohnten Nest zu erwecken.

Bedenken und Unterstützung

Die Auflagen für den Nistplatz auf der Mariensäule sind aus naturschutzrechtlichen Gründen problematisch. Experten haben festgestellt, dass die Auflagefläche auf der Krone der Marienfigur viel zu klein ist, was in der Vergangenheit sogar zu Schäden am Denkmals führte. Bedenken wegen herabfallender Nestteile, die Passanten gefährden könnten, stehen ebenfalls im Raum. Trotzdem war die Neugier der Passanten groß, als im neuen Horst Material vom alten Nest eingebracht wurde.

Trotz aller Bemühungen bleibt die Herausforderung, dass das Storchenpaar möglicherweise nicht auf die neue Nisthilfe anspringt. Sollte dies der Fall sein, wird das Nistmaterial von der Mariensäule unter naturschutzfachlicher Aufsicht entfernt und in das neue Quartier gebracht. Manfred Drobny, Geschäftsführer des Bundes Naturschutz, spricht sich für die Entfernung des alten Horstes aus, um andere Störche am Übernehmen des neuen Horsts zu hindern. So bleibt Freising gespannt, ob das Storchenpaar bald in sein neues Zuhause umzieht oder noch weiter nach einem passenden Nistplatz suchen wird. Ein Storch saß am Donnerstagmittag nach wie vor auf der Mariensäule und erntete die Aufmerksamkeit der vorbeikommenden Passanten.