Die politische Landschaft in Freising erlebt derzeit einen bemerkenswerten Wandel. Der Linke-Kreisverband verzeichnet einen signifikanten Mitgliederzuwachs, der auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Aktuell hat der Verband seine Mitgliederzahl innerhalb von nur 12 Monaten auf 120 verdreifacht. Dies ist besonders bemerkenswert, da die Mitgliederzahl im Verband Erding-Ebersberg von knapp 50 auf 110 angestiegen ist. Ein großer Teil der neuen Mitglieder ist jung, zwischen 16 und 35 Jahren alt, und viele von ihnen sind Frauen. Diese Entwicklung ist nicht nur ein Zeichen für das wachsende Interesse an der Linken, sondern auch für die verstärkte feministische Politik, die die Partei verfolgt.

Der Kreissprecher Sebastian „Led“ Pisot äußert sich emotionslos über die schwierige Zeit der Freisinger Linken, in der im November 2024 die Stadträte Guido Hoyer und Nicolas-Pano Graßy aus der Partei austraten, gefolgt vom Rücktritt des gesamten Kreisvorstands. Trotz dieser Rückschläge betont Pisot, dass man sich nie zu 100 Prozent mit einer Partei identifizieren könne. Zentrale Themen der Linken sind der Kampf gegen Rechtsextremismus und die Förderung der Demokratie. Max Steininger, Landesgeschäftsführer der Linken, sieht die Partei nach den Mitgliederzuwächsen in einer neuen Dimension.

Politische Engagements und Herausforderungen

Ein wesentlicher Antrieb für das Mitgliederwachstum war die Abstimmung zur Asylpolitik im Bundestag, nach der 32 neue Mitglieder der Partei beitraten. Der aktuelle Mitgliederstand von 81 Personen ist ein Rekord in der Geschichte des Kreisverbands Freising. Leona, ein Neumitglied, hat den Wunsch geäußert, politisch aktiv zu werden. Der Kreisvorsitzende Dominik Dürkes sieht die Linke nach den Austritten für einen Neuanfang bereit und hebt die Vielfalt der neuen Mitglieder hervor, die sowohl junge als auch ältere Menschen umfasst.

Die Linke plant, bei den Kommunalwahlen am 8. März 2025 mit rund 4000 Kandidaten und Kandidatinnen in Bayern anzutreten. Marlene Ottinger, Sprecherin der Linken, beschreibt die frühere Situation als politisch stagnierend, hofft aber auf den Druck der neu gewonnenen, jüngeren Mitglieder. Insbesondere junge Kandidaten wie die 18-jährige Michail Alexiou als Landratskandidatin und die 26-jährige Yulia Nikishina als OB-Kandidatin sind Teil dieser neuen Welle.

Soziale Themen und Wohnungsbau

Die Linke setzt sich aktiv für soziale Teilhabe ein und plant, ihre Aktivitäten in Freising zu intensivieren. Dazu gehört die Unterstützung von Menschen bei der Überprüfung von Heizkostenabrechnungen sowie die Forderung nach einer Leerstandsatzung und einer Sozialwohnungsquote von bis zu 60 Prozent bei Neubauten. Pisot, der in München als Projektleiter im Wohnungsbau arbeitet, betont die Notwendigkeit eines radikalen Umbruchs zu solidarischen Wirtschaftsmodellen.

Die Partei ist sich bewusst, dass sie in ländlichen Gemeinden weniger Präsenz hat als die Grünen, plant jedoch die Bildung von Orts-Basisgruppen, um ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Die kommenden Kommunalwahlen stellen eine wichtige Gelegenheit dar, um auf kommunaler Ebene entscheidende Themen wie Wohnen und Leerstand zu adressieren. Die Linke ist bestrebt, ihre Position in den Gremien zu stärken und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten.

Insgesamt zeigt sich, dass die Freisinger Linke, trotz der Herausforderungen, vor denen sie steht, auf einem vielversprechenden Weg ist. Mit einer engagierten und vielfältigen Mitgliederschaft sowie einem klaren Fokus auf soziale Themen und demokratische Werte könnte die Partei in der kommenden Zeit eine bedeutende Rolle in der lokalen Politik spielen. Weitere Informationen zu den Entwicklungen innerhalb der Linken und ihre Strategien für die nächsten Wahlen finden Sie in der Süddeutschen Zeitung und im Merkur.

Für die Kommunalwahlen in Bayern am 8. März 2025 hat die Linke große Ziele und plant, in alle Kreistage und Stadträte einzuziehen. Mit der Unterstützung von 5000 neuen Mitgliedern und einer landesweiten „Arbeitsgruppe Kommunalwahlen“ möchte die Partei ihre Strukturen weiter festigen und ausbauen. Dies wird durch regelmäßige Neumitgliedersprechstunden und die Einladung zu verschiedenen Veranstaltungen unterstützt. Wer mehr über die Vorbereitungen und die anstehenden Termine erfahren möchte, findet weitere Informationen auf der Webseite der Linken Bayern.