In Freising hat die Schicksalsgeschichte von Melissa und ihren drei Kindern die Herzen vieler Menschen berührt. Nachdem Melissa von ihrem Partner körperlich misshandelt wurde, suchte sie mit ihren Kindern Zuflucht im Frauenhaus Freising. Dieser Schritt war notwendig, nachdem ein schwerer Vorfall sogar einen Krankenhausaufenthalt zur Folge hatte. Während dieser Zeit beschloss sie, ihr Leben grundlegend zu ändern. Heute lebt Melissa wieder in einer eigenen Wohnung im Landkreis Freising, doch die Herausforderungen sind groß. Ihre finanziellen Mittel sind stark begrenzt, da ihre Ersparnisse bereits für die Küchenzeile der neuen Wohnung aufgebraucht wurden. Unterstützung erhält sie vom Jobcenter, doch das Geld reicht kaum für den Lebensunterhalt. Unbezahlte Rechnungen, darunter Strom und Arztkosten, belasten die Situation zusätzlich. Auch für ihre älteste Tochter fehlen neue Schuhe, und Melissa hat Schwierigkeiten, ihren Kindern zu erklären, warum sie nicht an Kindergeburtstagen teilnehmen können oder keine Geschenke erhalten. Besonders schmerzlich ist, dass die zehnjährige Tochter mehrfach von anderen Kindern ausgeschlossen wurde.

Diese Situation ist nicht nur ein Einzelfall. Die Spendenaktion „Menschen in Not“ unterstützt sowohl das Frauenhaus als auch die Fachberatungsstelle HilDa, die von Martina Mayer geleitet wird. Wer helfen möchte, kann Spenden an die Sparkasse Freising Moosburg unter der IBAN DE57 7005 1003 0000 0001 90 mit dem Verwendungszweck „Spende Menschen in Not“ senden. Diese Unterstützung ist dringend notwendig, denn das Hilfesystem für gewaltbetroffene Frauen in Deutschland weist erhebliche Mängel auf, wie ein Bericht der Bundesregierung von 2012 zeigt.

Die Herausforderungen im Hilfesystem

In ländlichen Regionen, wie dem Landkreis Freising, gibt es oft keine spezifischen Einrichtungen für gewaltbetroffene Frauen. Rund 90 Kreise in Deutschland haben kein eigenes Frauenhaus, wodurch betroffene Frauen oft auf Hilfe in weiter entfernten Städten angewiesen sind. Dies führt häufig dazu, dass Frauen lange auf einen Platz im Frauenhaus oder auf einen Beratungstermin warten müssen. Die bestehenden Hilfsangebote sind zudem unzureichend für Frauen mit zusätzlichen Belastungen, wie zum Beispiel Frauen mit Behinderungen oder Migrantinnen. Diese Problematik wird durch die unzureichende Finanzierungsgrundlage der Träger von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen verstärkt. Die Finanzierung erfolgt über verschiedene Quellen, darunter Landesmittel und Spenden, doch diese sind oft unzuverlässig und führen zu erheblichen Finanzierungslücken. Frauen ohne Leistungsansprüche haben es besonders schwer, da sie nur dann Schutz und Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie die Kosten selbst tragen können.

Die Herausforderungen sind vielschichtig. Zusätzliche Hürden entstehen, wenn Frauen aus Schutzgründen in ein Frauenhaus einer anderen Kommune flüchten müssen. Die Kostenerstattung zwischen den Kommunen ist oft schwierig, was häufig zu Abweisungen führt. Diese Umstände machen es für viele Frauen nahezu unmöglich, die benötigte Hilfe zu erhalten.

Folgen von häuslicher Gewalt

Die Auswirkungen häuslicher Gewalt sind verheerend und betreffen nicht nur die Frauen selbst, sondern auch deren Kinder. Häusliche Gewalt kann körperliche, psychische, soziale und ökonomische Schäden verursachen. Viele Kinder, die in einem von Gewalt geprägten Umfeld aufwachsen, erleben traumatische Folgen. Die Folgen sind vielfältig: körperliche Verletzungen, psychische Symptome wie Depressionen und Angststörungen sowie soziale Isolation sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Betroffene konfrontiert sind. Frauenhäuser bieten einen anonymen Schutzraum und Unterstützung in rechtlichen, wirtschaftlichen und persönlichen Fragen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Hilfesystems und leisten wertvolle Arbeit für Frauen und deren Kinder, die Gewalt erfahren haben.

In Deutschland gilt die Istanbul-Konvention, die 2018 ratifiziert wurde, als wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen. Sie legt Mindeststandards für den Schutz und die Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen fest. Dennoch bleiben viele Herausforderungen bestehen, und es besteht ein dringender Bedarf an verbesserter Finanzierung und Ausstattung der Frauenhäuser.

Die Situation von Melissa ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Schwierigkeiten, mit denen viele Frauen in Deutschland konfrontiert sind. Während die Öffentlichkeit und die Politik gefordert sind, die Rahmenbedingungen zu verbessern, bleibt es an uns, Solidarität zu zeigen und die Initiative „Menschen in Not“ zu unterstützen. Jeder Beitrag zählt und kann helfen, das Leben von Frauen und Kindern zu verbessern, die Gewalt erlebt haben.