Heute ist der 8.02.2026 und in Freising stehen Veränderungen in der Gastronomie an. Die Stadt hat beschlossen, die Gebühren für Freischankflächen in der Innenstadt drastisch zu erhöhen. Ab sofort müssen Gastronomen 6 Euro pro Quadratmeter und Monat zahlen, was eine massive Steigerung von 420 Prozent im Vergleich zu den bisherigen 10 Euro pro Quadratmeter und Jahr darstellt. Diese Erhöhung hat bereits erste Reaktionen in der Wirteschaft ausgelöst. Michael Junker von der Kaffeerösterei Junkers äußert Bedenken und fordert eine maßvolle Erhöhung. Auch Franziska Kreuter vom Furtner warnt, dass diese neue Gebühr nicht tragbar sei. Der Dialog zwischen der Aktiven City und der Stadt wird gesucht, um einen Kompromiss zu finden, denn eine lebendige Gastronomie ist entscheidend für die Aufenthaltsqualität der Innenstadt. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher wird in diesem Zusammenhang erwähnt, da er Miteigentümer der Q-Bar ist, die auf Außenflächen angewiesen ist. Kritiker bemängeln die Höhe der Gebührenerhöhung als unverhältnismäßig und fordern ein Umdenken.
Freischankflächen in Bayern
Während Freising mit steigenden Gebühren kämpft, setzen andere Städte in Bayern auf eine positive Entwicklung im Bereich der Freischankflächen. So dürfen Gastwirte in vielen Städten dauerhaft größere Freischankflächen nutzen, insbesondere in der wärmeren Jahreshälfte. Diese Maßnahme wurde ursprünglich während der Corona-Pandemie eingeführt, um den Verlusten der Wirte entgegenzuwirken. Ein Beispiel hierfür ist Bamberg, wo Gaststätten im Frühling und Sommer viele Touristen anziehen. Dort wurde eine Einigung zwischen Stadt, Gastronomen und dem Bürgerverein Sand erzielt, die es ermöglicht, Tische und Stühle auf sechs Parkplätzen zwischen Mai und Oktober aufzustellen, mit wenigen Ausnahmen.
Auch in München ist man mit dem Konzept der sogenannten „Schanigärten“ erfolgreich, bei denen Freischankflächen durch Pflanzenkübel oder Holzzäune abgegrenzt sind. Der Münchner Stadtrat hat im Mai 2021 beschlossen, diese Schanigärten von April bis Oktober beizubehalten. Ähnliche Maßnahmen sind auch in Nürnberg und Regensburg zu beobachten, wo die Erweiterung der Freischankflächen während der Pandemie positiv aufgenommen wurde und auch 2023 fortgeführt wird. Hierbei wird jedoch darauf geachtet, dass Rettungswege frei bleiben und genügend Platz für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen gewährleistet ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Entwicklungen in Freising und anderen bayerischen Städten zeigen, wie unterschiedlich die Strategien zur Unterstützung der Gastronomie in der aktuellen Zeit sind. Während Freising mit drastischen Gebührenerhöhungen konfrontiert ist, profitieren andere Städte von einer flexibleren Handhabung der Freischankflächen, die nicht nur den Gastronomen, sondern auch den Besuchern zugutekommt. Für das Jahr 2023 wird in vielen Städten mit mehr Freisitzen als 2019 gerechnet, was auf ein wachsendes Interesse an gastronomischen Angeboten im Freien hinweist. Anwohnerinteressen und andere Aspekte spielen jedoch ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Gestaltung dieser Freiflächen.