In Forchheim wird derzeit in der Hornschuchallee ein privates Bauprojekt durchgeführt, das als richtungsweisend für die Verkehrspolitik der Stadt angesehen werden kann. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung eines neuen Konzepts, das jedoch keine übermäßige Aufenthaltsfreude vorsieht. Diese Initiative könnte eine Antwort auf die Herausforderungen sein, mit denen die Allee konfrontiert ist, wie die Grüne Partei in Forchheim kritisiert.

Die Hornschuchallee, mit einer Länge von ca. 250 Metern und fast 60 offiziellen Parkplätzen, leidet unter starkem Autoverkehr. Trotz der vorhandenen Parkmöglichkeiten wirkt die Allee, abgesehen von drei Cafés und Eisdielen, eher ausgestorben. Stadträtin Andrea Hecking hebt hervor, dass Geschäfte wie Schuh Bögelein an die Peripherie ziehen und Schreibwaren Kefferlein schließen, was die Gefahr längerer Leerstände in der Allee mit sich bringt. Auch Markus Dietz, Sprecher des Ortsverbands der Grünen, stellt fest, dass die Allee unattraktiv zum Verweilen ist, was die Anwohner zusätzlich unter dem Parksuchverkehr und dem sogenannten „Poserverkehr“ mit lauten Motoren leiden lässt.

Die Lage der Hornschuchallee

Die Grüne Partei fordert eine Aufwertung der Hornschuchallee und kritisiert, dass geplante Maßnahmen aufgrund der angespannten Haushaltslage abgelehnt oder zurückgestellt wurden. Vorschläge wie die Einführung einer Fußgängerzone oder einer Einbahnregelung fanden bisher kein Gehör. Stattdessen wurden in der Vergangenheit Bäume entfernt, um das Parken zu erleichtern, und ein Antrag zur Neupflanzung dieser Bäume wurde im Stadtrat abgelehnt. Die Realität zeigt, dass Außengastronomie an den Parkplätzen mehr Zuspruch erhält, was die Notwendigkeit einer grundlegenden Überarbeitung der Allee unterstreicht.

Die Diskussion um die Hornschuchallee steht im Kontext einer umfassenden Mobilitätswende, die auch in Forchheim an Bedeutung gewinnt. Mobilität ist entscheidend für die Wirtschaft und Gesellschaft, und es ist klar, dass die Städte und Kommunen Hauptakteure bei der Umsetzung neuer Verkehrskonzepte sind. Die Mobilitätswende zielt darauf ab, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fußverkehr, Fahrrad und öffentlichen Nahverkehr umzusteigen.

Die Rolle der Mobilitätswende

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND Projekte zur nachhaltigen Stadt- und Verkehrsplanung. Daten zeigen, dass Deutsche im Schnitt fast die Hälfte ihrer Wege mit dem Auto zurücklegen, während öffentliche Verkehrsmittel nur für jeden zehnten Weg genutzt werden. Daher ist es wichtig, eine Infrastruktur zu schaffen, die kurze Wege fördert und die Nutzung von Fußgängerzonen und durchgängigen Radwegen ermöglicht.

Projekte wie das NaMIx, das einen Index zur Bewertung der Nachhaltigkeit der Mobilität in Stadtteilen entwickelt, könnten Forchheim helfen, die Herausforderungen in der Hornschuchallee zu bewältigen. Mit präzisen Daten und modernen Technologien lässt sich die Verkehrssituation nachhaltig verbessern. Die Hornschuchallee könnte somit nicht nur ein Beispiel für ein privates Bauprojekt sein, sondern auch als Modell für eine zukunftsfähige Verkehrspolitik in Forchheim dienen.

Mehr Informationen zur Verkehrspolitik in der Hornschuchallee und hier zu den aktuellen Forderungen der Forchheimer Grünen. Schließlich bietet das Bundesministerium für Digitales und Verkehr umfassende Einblicke in die Mobilitätswende und die dazugehörigen Förderprojekte.